Hyperinflation in Deutschland

Blick zurück: Hyperinflation und Währungsreform

Hyperinflation 1923 in Deutschland - Ursachen & Erklärung

Inflation und Währungsreform sind schon lange Schreckgespenster für Sparer und Anleger. Europa hat bereits zahlreiche Inflationen erlebt. Die in Deutschland bekannteste ist die deutsche Hyperinflation der frühen 1920er Jahre. Sie zählt zu den heftigsten Geldentwertungen, die je in den neuzeitlichen Industrienationen stattgefunden hat.

Vielen dürfte ein Bild bekannt sein, dass immer wieder in den Medien gezeigt wird, wenn Inflation thematisiert wird. Das weltweit bekannte Bild aus den 20er Jahren zeigt Kinder, die mit Geldbündeln spielen  -deren Wert nicht einmal ausreichte, um eine Mahlzeit zu bezahlen.

Aus Erzählungen ist zudem die folgende Szenerie bekannt: Ein Mann schiebt eine Schubkare voller Geldscheine vor sich her. Er stellt sie kurz ab, um etwas einzukaufen. Als er wiederkommt, ist die Schubkarre gestohlen – das Geld liegt jedoch auf dem Boden.

hyperinflation

Diese beiden Szenarien verdeutlichen auf eindrucksvolle Weise, was sich im Deutschland der 1920er Jahre abgespielt hat. Da für die damalige Zeit keine verlässlichen Daten über die Preisentwicklung vorliegen, wird das Ausmaß der Inflation anhand des Dollarkurses gemessen.

Am 01. Juli 1914 kostete ein US-Dollar 4,20 Markt. 5,5 Jahre später mussten bereits 42 Mark für einen Dollar bezahlt werden. Weitere 2,5 Jahre später belief sich der Preis für einen Dollar auf 420 Mark. Vom 03.07. bis zu 21.10.1923 verzehnfachte sich der Kurs abermals. Die Geldentwertung ging immer schneller voran, bis ein US-Dollar am 20. November 1923 schließlich 4,2 Billionen Mark kostete.

Alle in Mark angelegten Finanzvermögen waren damit wertlos. Die Ursache für die Inflation lag in der hohen Schuldenlast Deutschlands: Durch den  verlorenen ersten Weltkrieg mussten hohe Reparationszahlungen ans Ausland geleistet werden, die die deutsche Wirtschaft überforderten. Die politische Führung beschloss deshalb, die Verbindlichkeiten auf monetärem Wege zu begleichen.

In Deutschland gab es zudem zwei spätere Währungsreformen: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Deutsche Markt eingeführt, die viele Menschen noch heute am liebsten im ihrer Brieftasche hätten. 1999 wurde dann der Euro als Buchgeld und 2002 schließlich auch als Bargeld eingeführt.

Die Geschichte lehrt, dass Inflation immer dann zu einer Bedrohung wird, wenn die Staatschulden hoch sind und die politische Durchsetzbarkeit von Sparmaßnahmen schwierig bis unmöglich ist.