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Weitere Platinmetalle

Metalle Osmium, Rhodium, Ruthenium und Iridium

Die Metalle Osmium, Rhodium, Ruthenium und Iridium gehören ebenfalls zur Gruppe der Platinmetalle, auch wenn sie weniger bekannt sind. Im Hinblick auf Anlagemöglichkeiten ist allen vier Metallen gemein, dass es zum einen recht wenige Anlageprodukte gibt, die für Privatanleger geeignet sind und dass die Marktentwicklung zum anderen recht spezifischen Einflüssen unterliegt.

Eine Beimischung zu einem Edelmetall-Portfolio ist möglich, sollte aber auf einen überschaubaren Anteil am Gesamtvermögen begrenzt werden. Die wichtigsten Fakten zu den vier Edelmetallen sollen nachfolgend dargestellt werden.

Osmium

Osmium wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts entdeckt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde es in Glühlampen eingesetzt. Der Name des bekannten Glühbirnenherstellers Osram setzt sich zusammen aus den beiden Materialien Osmium und Wolfram.

Osmium ist ein sehr seltenes Edelmetall. Es kommt fast immer zusammen mit anderen Platinmetallen vor. Die größten Vorkommen finden sich in Kanada, Russland und Südafrika. Die Gewinnung erfolgt immer im Zusammenhang mit der Förderung anderer Edelmetalle.

Osmium ist das Platinmetall mit dem höchsten Schmelzpunkt. Es schmilzt erst bei einer Temperatur von 3130 Grad. Der Siedepunkt liegt bei etwa 5.000 Grad. Osmium besitzt zudem eine extrem hohe Dichte. Osmium findet in der industriellen Fertigung Anwendung bei der Herstellung von Metalllegierungen für elektrische Kontakte. Als Legierung mit Platin zusammen kommt es zudem bei der Herstellung bestimmter medizintechnischer Produkte, wie z.B. künstlichen Herzklappen,  zum Einsatz.

Wirklich bedeutsam ist Osmium für Privatanleger nicht, weil der Markt sehr speziell ist. Eine Möglichkeit zum Investieren besteht darin, Aktien von Minengesellschaften zu kaufen, die Platinmetalle fördern.

Ruthenium

Ruthenium wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts von einem russischen Chemiker in Sibirien entdeckt. Der Name des Edelmetalls geht auf den Fundort zurück: „Ruthenia“ als lateinische Bezeichnung bedeutet Russland.

Ruthenium kommt nur sehr selten vor. Die Vorkommen sind nie eigenständiger Natur. Vielmehr findet sich das Edelmetall stets im Verbund mit anderen Platinmetallen. Es zeichnet sich durch sehr hohe Schmelz- und Siedepunkte aus. Der Schmelzpunkt von Ruthenium liegt bei 2334 Grad, der Siedepunkt bei 4150 Grad.

Die Weltproduktion von Ruthenium ist im Vergleich zu der anderer Edelmetalle bescheiden: im Jahr 2008 wurden etwa 20 Tonnen produziert. Auch die Einsatzgebiete des Metalls sind überschaubar. Die größte Nachfrage kommt aus der Elektronikindustrie. Seit dem Jahr 2006 kommt Ruthenium im Rahmen des so genannten Perpendicular Recording zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein Verfahren zur Speicherung von Daten auf Festplatten. Ruthenium trennt dabei die Speicherschicht von einer magnetischen Untersicht.

Weitere Einsatzgebiete sind Legierungen mit Platin oder Palladium. Das Ruthenium dient hier dazu, zur Verbesserung der Härte beizutragen.

Iridium

Iridium wurde zu Beginn des 19 Jahrhunderts zusammen mit Osmium entdeckt. Der Begriff geht auf das griechische Wort „Iris“ zurück, was übersetzt „Regenbogen“ bedeutet. Iridium ist zusammen mit Osmium das schwerste Element mit der höchsten Dichte. Seine chemische Widerstandskraft übertrifft die von Platin. Iridium gilt zudem als das Element mit der höchsten Korrosionsbeständigkeit.

Der Hauptanwendungsbereich von Iridium sind Legierungen mit anderen Platinmetallen. Hier kann vor allem die besondere Härte des Metalls genutzt werden. Das Vorkommen ist sehr gering  -es handelt sich um eines der seltensten Edelmetalle. In der Natur ist es in Gestalt winziger Körner oder zusammen mit Platin zu finden. Zusammen mit Osmium kann es zudem als Mineral vorkommen.

Im Jahr 2006 belief sich die weltweite Nachfrage nach Iridium dem Bericht „Platinum 2006“ von Johnson Matthey zufolge auf gut 135.000 Feinunzen. Etwa 90.000 Feinunzen wurden von den Branchen Chemie, Elektrochemie und Elektronik nachgefragt.

Für Privatanleger spielt das Metall deshalb eine untergeordnete Rolle. Investments sind über Aktien von Unternehmen möglich, die Platinmetalle fördern.Foto von sirqitous