446551-Investments-edelmetalle.eu_

Str. Edelmetall-Investments

Edelmetall-Zertifikate: Strukturierte Anlageprodukte für Edelmetalle

Banken bieten zahlreiche strukturierte Anlagezertifikate, mit denen in Edelmetalle investiert werden kann. Die simpelsten Produkte sind einfache Indexzertifikate, die den Goldpreis eins zu eins nachbilden. Indexzertifikate sind als Inhaberschuldverschreibungen allerdings nicht durch die Einlagensicherung abgedeckt und unterliegen einem Emittentenrisiko. Wer auf direktem Weg und ohne strukturierte Komponenten in Edelmetalle investieren möchte sollte anstelle von Zertifikaten deshalb besser in Exchange Traded Commodities investieren, die sicherer sind.

Bonuszertifikate für eine moderate Markterwartung

Die meisten Edelmetall-Zertifikate beziehen sich auf den Weltmarktpreis in der gängigsten gehandelten Einheit. Gold und Silber z.B. werden in Feinunzen gehandelt und auch Zertifikate beziehen sich auf diesen Preis.

Auf Edelmetalle beziehen sich Bonuszertifikate genauso wie Discount-Zertifikate und Garantiezertifikate. Jede dieser drei Wertpapiergattungen bietet Vor- und Nachteile.

Bonuszertifikate auf Edelmetalle sind in der Regel Capped-Bonus-Zertifikate. Das Prinzip: Der Anleger erhält am Ende der Laufzeit einen festgelegten Kurs ausbezahlt, wenn der Preis des Basiswertes zu keinem Zeitpunkt während der Laufzeit unter ein bestimmtes Kursniveau fällt.

Ein Zertifikat aus Gold kann z.B. vorsehen, dass bei Fälligkeit 1200 Dollar ausbezahlt werden, wenn der Kurs einer Feinunze Gold zu keinem Zeitpunkt unter die Marke von 800 Dollar fällt. Notiert das Zertifikat beim Kauf bei 1000 Dollar, erzielt der Anleger 20 Prozent Gewinn, wenn der Goldpreis nicht um 20 Prozent fällt. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Kurs bei Fälligkeit bei 850, 1000 oder 1200 Dollar notiert: Die Auszahlung beläuft sich immer auf 1200 Dollar.

Bei Capped Bonuszertifikaten partizipieren Anleger nicht unbegrenzt an steigenden Kursen im Basiswert. Ist das Cap-Level identisch mit dem Bonuslevel, beläuft sich die Auszahlung auch bei einem Kurs von 1500 Dollar auf lediglich 1200 Euro. Capped-Bonuszertifikate eignen sich deshalb gut für Anleger, die von stagnierenden, leicht steigenden oder moderat fallenden Kursen ausgehen.

Bei deutlichen Kursverlusten treten allerdings Verluste ein: Fällt der Basiswert unter das festgelegte Kursniveau, wandelt sich das Bonus- zu einem Indexzertifikat. Anleger erhalten bei Fälligkeit dann den tatsächlichen Kurswert des Basiswertes ausbezahlt.

Discount-Zertifikat: Mit Rabatt in den Markt

Ein anderes Konzept verbirgt sich hinter Discountzertifikaten. Sie ermöglichen den Einstieg in den Markt mit einem Rabatt zum Marktpreis. Dafür wird an steigenden Kursen nur bis zu einem bestimmten Punkt partizipiert. Das Verlustrisiko sinkt dadurch deutlich, zugleich werden sehr hohe Gewinne aber auch ausgeschlossen.

Discountzertifikate auf Gold, Silber und andere Edelmetalle sind wie Discountprodukte auf andere Basiswerte auch gut geeignet, wenn von einer moderat positiven bis seitwärts verlaufenden Marktentwicklung ausgegangen wird. Gegen starke Kursverluste schützt der Discount-Mechanismus nur in sehr geringem Umfang.

Am Markt sind insbesondere für die Basiswerte Silber und Gold zahlreiche Discountzertifikate erhältlich. Der Discount, mit dem Anleger in den Markt einsteigen können, variiert dabei. Der Discount ist der Gewinn des Anlegers, der anfällt, wenn der Kurs des Basiswertes am Ende der Laufzeit des Zertifikats genauso hoch ist wie bei Auflegung. Einen Verlust erleidet der Anleger erst bei Kursverlusten, die über den Discount hinausgehen. Umgekehrt kann an Gewinnen oberhalb des Cap-Levels nicht mehr partizipiert werden.

Garantiezertifikate: Ohne Verlustrisiko in den Markt

Garantiezertifikate zählen über alle Anlageklassen hinweg zu den beliebtesten strukturierten Produkten unter deutschen Anlegern. Das Prinzip: Am Ende der Laufzeit erhalten Anleger ihre Einlage in vollem Umfang zurück. Darüber hinaus kann  an Kurssteigerungen des Basiswertes mit einer bestimmten Partizipationsrate profitiert werden.

Es finden sich durchaus Garantiezertifikate auf Gold und Silber, die eine sehr hohe Partizipationsrate bis zu 100 Prozent bieten. Das bedeutet, dass an Kursanstiegen in vollem Umfang partizipiert wird. Bei Fälligkeit erhalten Anleger in jedem Fall ihre Einlage zurück – auch wenn die Kurse gefallen sein sollten.

Es sei erwähnt, dass die Kosten eines Garantiezertifikats für Laien oft unsichtbar sind und sich erst auf den zweiten Blick erschließen. Banken machen sich dies gerne zunutze. Gemeint sind u.a. die so genannten Opportunitätskosten. Garantiezertifikate mit hoher Partizipationsrate sind oft mit einer sehr langen Laufzeit, wie z.B. 5 Jahre, ausgestattet. Anleger verzichten zunächst vollständig auf jegliche Verzinsung, weil die Kapitalgarantie eine solche nicht vorsieht.

Bei 5 Jahren Laufzeit summiert sich de so in Kauf genommene Verlust auch bei einem niedrigen Zinsniveau auf 20 bis 30 Prozent. Dieser Wert ergibt sich aus der nächstbesten Alternative: Das Geld hätte schließlich auch in Bankanleihen mit vergleichbarer Laufzeit angelegt werden können. Diese Überlegung sollten Anleger ebenso berücksichtigen wie das auch bei Garantiezertifikaten existente Emittentenrisiko.

Edelmetall-Zertifikate: Strukturierte Anlageprodukte für Edelmetalle

  • Bonuszertifikate ermöglichen die volle Partizipation an steigenden Kursen, bieten zugleich aber einen Vorteil bei stagnierenden und leicht fallenden Kursen. Gegen große Kursverluste schützen sie nicht
  • Discountzertifikate ermöglichen den Einstieg in den Markt mit einem Abschlag, so dass ein Sicherheitspuffer bei fallenden Kursen gegeben ist. Gegen stark fallende Kurse schützen sie allerdings nicht. Anleger können darüber hinaus nur bis zu einem bestimmten Punkt von steigenden Kursen profitieren.
  • Garantiezertifikate ermöglichen die vollständige oder teilweise Partizipation an steigenden Kursen, bieten zugleich aber eine 100prozentige Kapitalgarantie zum Laufzeitende. Dafür verzichten Anleger oft für einen langen Zeitraum auf Zinsen.
  • Während der Laufzeit kann die Kursentwicklung für Privatanleger kaum machvollziehbar sein
  • Alle strukturierten Anlagezertifikate sind mit einem Emittentenrisiko verbunden