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Glossar

Glossar / Lexikon für Edelmetalle

Agio

Als Agio (Aufgeld) wird ein Aufschlag auf den Preis eines Barren oder einer Münze im Bankhandel verstanden. Beläuft sich der rechnerische Wert eines Goldbarrens z.B. auf 6.000 Euro und verlangt die Bank 6.300 Euro, erhebt sie 5 Prozent Agio bezogen auf den Marktwert. Beim Kauf von Edelmetallen in physischer Form müssen Anleger immer mit einem Agio rechnen. Bei kleinen Mengen fallen die Zusatzkosten besonders hoch aus.

Anlagemünzen

Anlagemünzen sind Münzen mit Edelmetall-Gehalt, die einige Voraussetzungen erfüllen. Besonders relevant ist der Status einer Anlagemünze für Goldmünzen und Silbermünzen, da sich hieraus eine Umsatzsteuerbefreiung ergeben kann. Eine Goldmünze  gilt als Anlagemünze, wenn sie eine Feinheit von mindestens 900/1000 aufweist und in ihrem Herkunftsland gesetzliches Zahlungsmittel war oder ist. Zudem muss sie nach dem Jahr 1800 geprägt worden sein.

Backwardation

Als Backwardation wird eine Konstellation am Terminmarkt bezeichnet, bei die Preise von Kontrakten mit weiter in der Zukunft liegenden Fälligkeiten zu niedrigeren Preisen gehandelt werden als solche, mit kürzerer Restlaufzeit. Anleger, die über Zertifikate in einen Markt einsteigen, profitieren oft durch Rollgewinne von einer Backwardation-Konstellation, da Zertifikate den Markt über Futures abbilden und laufend von einem Kontrakt in den nächst längeren rollieren. Backwardation kann ein Hinweis auf Lieferengpässe im physischen Markt sein.

Contango

Als Contango wird eine Preiskonstellation am Terminmarkt bezeichnet, bei der Waren mit einem  Lieferzeitpunkt in der Zukunft teurer sind als solche, die sofort geliefert werden. Eine Contango-Situation führt bei Zertifikaten, die sich auf Terminkontrakte (z.B. einen Gold-Future) beziehen, zu Rollkosten, die der Anleger tragen muss. Das Gegenteil von Contango ist Backwardation.

ETC

Als ETC (Exchange Traded Commodity) werden Schuldverschreibungen bezeichnet, die sich auf einen einzelnen Rohstoff bzw. ein einzelnes Edelmetall beziehen und es in der Regel eins zu eins abbilden. Die Schuldverschreibungen sind in den meisten Fällen durch physische Metall besichert, auch wenn es dazu weder gesetzliche noch regulatorische bindende Verpflichtungen gibt. ETCs können fortlaufend gehandelt werden und sind sehr kostengünstige Anlageinstrumente, die auch Privatanlegern zugänglich sind. Neben Gold und Silber dient auch Platin als Basiswert für ETCs.

Feinunze

Als Feinunze wird eine Gewichtseinheit bezeichnet, die im Edelmetall-Jargon gebräuchlich ist. Eine Feinunze entspricht dabei 31,103 Gramm. Der Wert leitet sich aus Maßeinheiten des nicht-metrischen angelsächsischen Systems ab. Eine Anlagemünze mit einem Goldgehalt von einer Feinunze kann mehr wiegen als 31,103 Gramm, wenn sie noch aus anderen Metallen besteht (wie z.B. bei der Krügerrand-Münze, die zum Teil aus Kupfer besteht).

Goldpreis

Der Goldpreis bildet sich am Weltmarkt frei und unterliegt stetigen Änderungen. Der in der Tagespresse und anderen Medien publizierte Goldpreis bezieht sich auf eine Feinunze und wird in Dollar notiert. Europäische Käufer und Verkäufer müssen bei der Ermittlung des Goldpreises deshalb zusätzlich immer den Wechselkurs des Euro zum US-Dollar berücksichtigen.

Krügerrand

Die Krügerrand Goldmünze ist eine der bekanntesten Anlagemünzen der Welt. Sie zeichnet sich durch zwei Charakteristika aus: Erstens ist auf ihr kein Nennwert zu finden und zweitens erscheint sie in einem rotstichigen Gold. Die Farbe ist auf die Beimischung von Kupfer zurückzuführen. Die größte Krügerrand-Münze enthält eine Feinunze Gold, die kleinste 1/10 Feinunze.

Numismatik

Als Numismatik wird die Münzkunde bezeichnet. Der Begriff leitet sich aus dem Griechischen ab. Numismatiker beschäftigen sich mit Münzen und ihrer Geschichte, müssen selbst jedoch nicht zwingend Münzen sammeln. Auch das Münzsammeln an sich wird jedoch als Numismatik bezeichnet.

Opportunitätskosten

Als Opportunitätskosten werden in die Ökonomie diejenigen Kosten einer Handlung bezeichnet, die dadurch entstehen, dass die nächstbeste Alternative nicht wahrgenommen wird. Im Zusammenhang mit Edelmetallen verstehen sich die Opportunitätskosten als die Zinsen, die Anlegern dadurch entgehen, dass Edelmetalle weder Zins noch Dividende ausschütten und das in einem Edelmetallinvestment gebundene Kapital so unverzinslich ist. Je höher das Zinsniveau am Anleihemarkt bzw. im Einlagengeschäft ist, desto höher sind folglich auch die Opportunitätskosten.

Rohstoffindex

Ein Rohstoffindex bildet die Wertentwicklung eines bestimmten Rohstoffkorbs ab. Einer der bekanntesten Indizes ist der GSCI, der bereits seit Beginn der 90er Jahre berechnet wird. Edelmetalle sind in vielen Indizes zwar enthalten, spielen aber eine untergeordnete Rolle, weil der größte Anteil am Indexgewicht auf fossile Brennstoffe entfällt.

Währungsrisiko

Währungsrisiken sind mit allen Edelmetall-Investments verbunden, weil Metalle in US-Dollar notieren. Dadurch kann es vorkommen, dass Anleger trotz eines Kursgewinns im Edelmetall einen Verlust erleiden, weil bei der Konvertierung von Dollar in Euro Wechselkursverluste realisiert werden. Das Währungsrisiko lässt sich z.B. mit Quantozertifikaten umgehen, die den Wechselkurs für die gesamte Laufzeit auf das Verhältnis 1:1 normieren.