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Antizyklische Anlagestrategie

Antizyklische Anlage- & Investment-Strategie - Trading & Handeln

Antizyklische Strategien zielen darauf ab, zu einem Zeitpunkt in den Markt einzusteigen, an dem der Großteil der Marktteilnehmer ausgestiegen ist. Im Zusammenhang mit der technischen Marktanalyse versuchen Antizykliker, eine Bodenbildung des Marktes abzupassen und zu günstigen Kursen zu kaufen.

Antizyklische Strategien können sehr große Gewinne ermöglichen. Wer am Tiefpunkt eines Marktes einsteigt und den folgenden Aufwärtstrend weitgehend ausschöpft, realisiert größtmögliche Gewinne. Die Vorgehensweise ist allerdings sehr schwierig, weil sich der Wendepunkt eines Marktes nie zweifelsfrei erkennen lässt.

Wer antizyklisch handelt, steigt in Märkte ein, die sich in einem Abwärtstrend befinden. Die Hoffnung ist dabei, dass sich der Trend nicht fortsetzt. Investieren gegen den vorherrschenden Trend ist grundsätzlich schwierig und nicht ungefährlich. Schließlich gilt die Prämisse der technischen Analyse, nach der ein Trend solange besteht, bis er definitiv gebrochen worden ist.

Damit der Einstieg gerechtfertigt werden kann, müssen einige Hinweise vorliegen, die auf einen bevorstehenden Trendwechsel hindeuten. Dabei kann es sich z.B. um eine sukzessive Abnahme des Handelsvolumens handeln. Fallen die Kurse zunächst bei hohem Volumen und sinkt das Volumen dann immer weiter ab, wird dies als Indiz für eine Abschwächung des Abwärtstrends interpretiert.

Antizyklik: Was der Kurstrend verrät

Antizyklische Strategien richten sich oft auch darauf, an fallenden Kursen zu verdienen, indem am oberen Wendepunkt eines Marktes eine Shortposition eröffnet wird. Es gibt verschiedene charttechnische Hinweise auf eine Trendumkehr. Neben Kursformationen wie der Schulter-Kopf-Schulter-Formation kann es sich dabei um Kurslücken handeln. Kurslücken treten oft in volatilen Märkten auf und sind ein Hinweis darauf, dass viele Marktteilnehmer nervös sind.

In diesem Zusammenhang überschneidet sich die technische Analyse mit Beobachtungen von Altmeister Kostolany. Er beschreibt in seinen Büchern immer wieder, dass stabile Aufwärtstrends von einem „kleinzackigen“ Erscheinungsbild geprägt sind, weil in diesem Fall die starken Hände des Marktes für die Kursgewinne verantwortlich sind. Am Ende eines Trends treten die nervösen Kräfte, die zu einem großen Teil Kredite verwenden, in den Vordergrund. Dann wird der Kurstrend volatiler. Die Charttechnik kennt mit der „Inselumkehr“ z.B. eine solche Formation.

Bei antizyklischen Strategien kommen oft Sentiment-Indikatoren zum Einsatz. Sie gehen über die traditionellen Instrumente der technischen Analyse hinaus und versuchen, die Stimmung der Marktteilnehmer zu erfassen und dadurch Rückschlüsse auf die künftige Marktentwicklung zu ziehen. Auch hier finden sich Überschneidungen zu den Überlegungen Kostolanys. Er hatte u.a. beobachtet, dass Märkte häufig dann vor einem Zusammenbruch stehen, wenn die Masse der Marktteilnehmer euphorisch gestimmt ist.

Um eine Trendumkehr im optimalen Zeitfenster zu antizipieren, müssen Anleger verschiedene Mosaiksteinchen zu einem aussagekräftigen Puzzle zusammensetzen. Eine reelle Chance besteht, wenn sich charttechnische Umkehrmuster in Kombination mit Sentiment-Indikationen zeigen. Antizyklische Strategien sind sehr viel schwerer zu handeln als prozyklische Ansätze. Sie eignen sich deshalb vor allem für erfahrene Anleger.

Antizyklische Strategien: das Wichtigste im Überblick

  • Antizykliker versuchen, eine Trendumkehr zu antizipieren
  • Antizyklische Strategien kombinieren oft Chart- und Markttechnik mit Sentiment-Indikatoren
  • Antizyklische Ansätze sind schwerer zu handeln als prozyklische Strategien