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Opportunitätskostenrisiko

Was sind Opportunitätskosten? Wie berechnen? Beispiel & Erklärung

Das Opportunitätskostenrisiko bei Edelmetall-Investments ist vielen Anlegern nicht bewusst. Es wird auch in Beratungsgesprächen bei Banken und Finanzberatern nicht erwähnt. Das Opportunitätskostenrisiko besteht darin, dass Edelmetalle keinen Zinsen oder andere Erträge abwerfen (mit Ausnahme möglicher Kursgewinne, denen entsprechende Kursverlustrisiko entgegen stehen.

Investiert ein Anleger 25.000 Euro in Gold und veräußert es nach 5 Jahren ohne Gewinn wieder, hat er einen erheblichen Verlust erlitten, weil das gebundene Geld in einer anderen Anlage Zinsen erwirtschaftet hätte. Bei einer Schuldverschreibung mit moderatem Risiko und einer jährlichen Verzinsung von 5 Prozent wären mit Zinseszins knapp 28 Prozent angelaufen. Auch wenn dieser Verlust nicht „sichtbar“ ist, sollte er bei der Anlageentscheidung berücksichtigt werden.

Vorteilhaft ist in diesem Zusammenhang die Eigenschaft von Metallen als Inflationsschutz. Steigen die Preise auf breiter Front deutlich an (dann wäre neben den entgangenen Zinsen auch ein großer Kaufkraftverlust zu beklagen), schlägt sich dies erfahrungsgemäß in steigenden Kursen von Gold und Co. nieder.

Relevant ist das Opportunitätskostenrisiko vor allem für Anleger, die den wesentlichen Teil ihres Vermögens in Edelmetalle investieren. Dann nämlich ist auch der Gesamtertrag des Portfolios maßgeblich von Kursgewinnen abhängig und schwankt deshalb besonders stark, weil fallende Notierungen nicht durch Erträge in Form von Zins und Dividende abgefedert werden.

Aus dieser Problematik gibt es keinen wirklichen Ausweg. Zwar bieten Banken einige strukturierte Produkte an (vor allem Garantiezertifikate), die neben einer Partizipation am Metallpreis auch eine Verzinsung vorsehen. Diese wird jedoch durch Einbußen an anderer Stelle erkauft, weil auch die Emittenten solcher Produkte weder Zins noch Dividende aus Edelmetallpositionen erhalten.