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Zinsen und Konjunktur

Zinsen, Konjunktur und Edelmetalle (Gold, Silber, Platin, Palladium)

Edelmetalle sind nicht nur attraktive Vermögenswerte für Investoren. Sie haben darüber hinaus auch in der realen Wirtschaft eine große Bedeutung. Deshalb sind Entwicklungen in der Realwirtschaft sowie in anderen Anlageklassen für die Marktentwicklung von Gold und Co. sehr wichtig.

Eine der wichtigsten Größen, mit der die Fundamentalanalyse den Edelmetallmarkt in Verbindung setzt, ist das Zinsniveau am Anleihemarkt. Gemessen wird dieser zumeist an den Renditen der Anleihen von erstklassigen Schuldnern wie Deutschland oder den USA. Der Zins am Anleihemarkt kann als die nächstbeste Alternative zu einem Investment in ein Edelmetall betrachtet werde. Investiert ein Anleger in Gold oder Platin und bindet damit sein Kapital, entgeht ihm die sichere Verzinsung der Anleihen.

Die Opportunitätskosten eines Metall-Investments

Je höher der Zinssatz am Anleihemarkt ist, desto größer sind diese so genannten Opportunitätskosten. Deshalb gilt ein steigender Zins am Bondmarkt tendenziell als negativ für die Preisentwicklung am Edelmetallmarkt. Darüber hinaus dämpfen steigende Zinsen die Inflationserwartungen der Anleger, was zusätzlich als „bearish“ auf Metalle, die als Inflationsschutz gelten, wirkt.

Neben dem Zinssatz beeinflusst auch die konjunkturelle Entwicklung den Verlauf der Metallmärkte. Besonders Edelmetalle wie Platin, bei denen ein Großteil der Nachfrage aus der Industrie und nicht aus dem Finanzsektor stammt, korrelieren deutlich mit der Entwicklung der Weltkonjunktur. Die Konjunktur verläuft in Zyklen, die sich allerdings nicht wirklich treffsicher vorhersagen lassen. Insbesondere kann im Vorfeld eines Zyklus-Stadiums nicht abgeschätzt werden, wie stark z.B. die bevorstehende Rezession oder der Boom ausfallen.

Wie bei jeder Ursache-Wirkungs-Beziehung gilt auch im Hinblick auf den Einfluss der Konjunktur auf die Metallmärkte, dass sich nicht jede Situation gleich darstellt. So können Hinweise auf eine deutlich anziehende Konjunktur zu einem sinkenden Goldpreis führen. Das mögliche Szenario: Anleger flüchten sich auch Angst vor der immer weiter steigenden Staatsverschuldung in Gold und treiben den Preis deutlich. Im Zeitverlauf zeigt sich dann, dass die Rezession schneller überwunden ist als gedacht und ein kräftiger Aufschwung folgt. Dieser spült viel Geld in die Staatskassen und legt die Inflationierungssorgen  ad acta. Das führt zum Ausstieg vieler Anleger aus dem Goldmarkt, die nun in Aktien und Anleihen umschichten.

Zinsen, Konjunktur und Edelmetalle – das Wichtigste im Überblick

  • Steigende Zinsen sind bearish für zinslose Metall-Anlagen
  • Eine anziehende Konjunktur wirkt tendenziell positiv, kann aber auch zu sinkenden Kursen führen