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Angebot und Nachfrage

Edelmetalle (Gold, Silber, Platin, Palladium) Angebot & Nachfrage

Wie jeder Markt besteht auch ein Markt, auf dem Edelmetalle gehandelt werden, aus Angebot und Nachfrage. Beide Seiten setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, die ihrerseits wiederum verschiedenen Einflussgrößen und Schwankungen ausgesetzt sind.

In der Fundamentalanalyse wird oft unterstellt, dass das Angebot auf einem Edelmetallmarkt mit der Produktion gleichzusetzen ist. Das ist aber nicht der Fall. Am Goldmarkt z.B. ist das Angebot weitaus größer als die jährliche Produktion. Da Edelmetalle nicht verderben und sich nicht „in Luft auflösen“ wächst de weltweite Goldbestand vielmehr Jahr für Jahr – seit Jahrhunderten von Jahren.

Angebot und Nachfrage als Funktion des Preises

Das Angebot auf den Edelmetallmärkten kann deshalb nicht in Form einer bestimmten Menge bestimmt werden. Es versteht sich vielmehr als eine Funktion des Metallpreises: Je höher der Preis für ein Edelmetall ist, desto mehr Angebot wird auf den Markt drängen. Wie genau sich die Beziehung zwischen Preis und Angebotsmenge verhält, ist nicht bekannt. Verschiedene Größen verschieben die Angebotsfunktion laufend.

Zum Verständnis: Sinkt der Preis und mit ihm die angebotene (gehandelte) Menge, handelt sich dabei nicht um eine Veränderung des Angebots. Von einer solchen kann gesprochen werden, wenn zu jedem beliebigen Preis eine größere oder kleinere Menge angeboten wird als zu einem vorangegangenen  Betrachtungszeitraum.

Bei einem hohen Goldpreis etwa sind mehr Privathaushalte bereit, sich von ihren Beständen zu trennen, weil sie dafür hohe Preise erzielen können. Ob ein Preis jedoch als hoch eingeschätzt wird oder nicht, richtet sich nach der Erwartung der Goldbesitzer im Hinblick auf die zukünftige Preisentwicklung. Wächst z.B. aufgrund einer massiv ausufernden Staatsverschuldung die Sorge vor einer Entwertung des Geldes durch Inflation, trennen sich Goldbesitzer auch bei deutlich steigenden Goldpreisen nur sehr viel zögerlicher von ihren Beständen.

Die Nachfrageseite eines Edelmetallmarktes ist ebenso komplex. Zum einen bestimmt die industrielle Nachfrage den Markt. Sie ist von der Entwicklung der Industriezweige abhängig, die Edelmetalle im Produktionsprozess einsetzen. Dazu zählt neben der Schmuckindustrie z.B. die Automobilindustrie. Aber auch in der Medizintechnik und in einigen anderen Branchen werden Edelmetalle eingesetzt.

Verschiebungen von Angebot und Nachfrage sind die Grundlage großer Trends

Analog zur Bestimmung des Angebots darf die Nachfrage nicht ausschließlich über den Konsum bestimmt werden. Auch hier handelt es sich um eine Funktion des Preises, die durch verschiedene exogene Einflüsse verschoben werden kann. Zur Veranschaulichung: Sinkt der Goldpreis und steigt deshalb die gehandelte Menge, ist dies keine Veränderung des Angebots. Von einer solchen kann nur ausgegangen werden, wenn zu allen Preisen mehr oder weniger Nachfrage besteht als zu einem früheren Zeitpunkt.

Wächst z.B. die Sorge vor einer Inflation, verändert sich die Nachfrage: Auch bei höheren Preisen wird nun mehr gekauft, als es in einem Marktumfeld ohne Inflationssorgen der Fall gewesen wäre.

Die Fundamentalanalyse versucht, Verschiebungen der Funktionen von Angebot und Nachfrage zu erkennen. Große Verschiebungen dieser Funktionen sind die Voraussetzung für große und lang anhaltende Preistrends.