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Edelmetalle kaufen und verkaufen

Gold, Silber & Co. in Münzen bzw. Barren kaufen oder verkaufen

Beim Kauf und Verkauf von Edelmetallen sollten Verbraucher einige Regeln beherzigen. Anders als beim Erwerb von Finanzprodukten über die Börse oder eine Bank gibt es für den Handel mit physischen Metallen zwischen Händler und Verbraucher keine Regulierung. Die Preise kommen auf Verhandlungsbasis zustande.

Käufer und Verkäufer müssen deshalb wissen, welches ein angemessener Preis ist. Der Hype rund um Gold und Co. hat viele Händler auf den Plan gerufen. Auch wenn die meisten seriös sind und weitgehend faire Preise anbieten, nutzen einige die offensichtliche Unerfahrenheit von Verbrauchern aus. Aber auch bei fairen Preisen gibt es Unterschiede – die Spanne kann sich auch innerhalb des „üblichen Rahmens“ auf 20 Prozent gemessen am optimalen Preis  erstrecken.

So wird der faire Goldpreis ermittelt

Die Preise für Edelmetalle sind nicht fix, sondern schwanken stündlich. Wer Gold oder ein anderes Metall kaufen oder verkaufen möchte, muss sich deshalb über den aktuellen Marktpreis informieren. Der Preis am Offenmarkt ist die Grundlage für die Wertermittlung im Rahmen eines Geschäfts. Er ist der Tagespresse sowie dem Internet zu entnehmen. Das gilt für alle gängigen Metalle. Der Offenmarktpreis allein reicht als Informationsgrundlage jedoch noch nicht aus. Zusätzlich müssen der Wechselkurs des Dollar und die genaue Menge des Metalls herangezogen werden.

Ein Fallbeispiel: Ein Goldbarren mit 20 Gramm Gewicht und einer Feinheit von 999/1000 (also reines Gold) soll verkauft werden. Um sich vor der Aufnahme von Verhandlungen mit einem Goldhändler ein Bild vom fairen Wert machen zu können, müssen Verkäufer ermitteln, was ein Gramm Gold in Euro gerechnet kostet. Dabei ist wie folgt vorzugehen.

Kostet eine Feinunze am Markt zum Zeitpunkt des Verkaufs 1200 US-Dollar und steht der EUR/USD-Wechselkurs an diesem Tag bei 1,30 Dollar je Euro, beträgt der in Euro gerechnete Preis einer Feinunze gerundet 923 Euro (1200 geteilt durch 1,30). Eine Feinunze wiegt rund 31 Gramm. Dementsprechend kostet ein Gramm Gold am Weltmarkt gerundet 30 Euro. Daraus ergibt sich ein theoretischer Wert in Höhe von ca. 600 Euro für den Barren mit 20 Gramm Gewicht.

Dieser Preis wird sich in der Praxis allerdings nicht erzielen lassen. Händler reduzieren den Ankaufspreis und schaffen sich dadurch eine (legitime) Marge. Wie groß diese ist, ist letztlich Verhandlungssache. Wer lediglich einen Barren verkauft, muss mit erheblichen Abschlägen von 10 bis 20 Prozent auf den rechnerischen Wert kalkulieren. Werden größere Stückzahlen verkauft, reduziert sich die Spanne.

Sonderfälle: Schmuck und Münzen mit Sammlerwert

Wer Schmuck oder Münzen verkauft, muss zusätzliche Einflussfaktoren berücksichtigen. Schmuckstücke werden vom Händler nach dem Kauf an eine Scheideanstalt weiterveräußert, die das Gold einschmilzt und es dann zu Barren formt. Dadurch entstehen Kosten. Auch hier ist Verhandeln angesagt. Als Richtwert kann ein Preis von 4 Euro pro Gramm für die Scheideanstalt angenommen werden.

Nur in sehr seltenen Fällen besitzen Schmuckstücke einen Sammlerwert. Bei Anlagemünzen ist dies anders. Bestimmte Münzen sind sehr selten und teurer als das Gold, aus dem sie bestehen. In diesen Fällen kann beim Verkauf nicht der Goldgehalt allein als Basis für die Preisfindung dienen. Vielmehr muss der Wert der Münze ermittelt werden. Dies lässt sich mit etwas Recherche leicht anstellen, da die Art bzw. Serie der Münze zweifelsfrei zuzuordnen ist. Übersteigt der Wert einer Münze den Marktwert ihres Goldgehalts um mehr als 80 Prozent, gilt die Umsatzsteuerbefreiung nicht mehr.

Auch beim Kauf und Verkauf von Münzen, die keinen oder einen nur sehr geringen Sammlerwert besitzen, muss mit einer erheblichen Geld-Brief-Spanne gerechnet werden, die keinesfalls mit gewöhnlichen börslich gehandelten Finanzprodukten zu vergleichen ist.

Edelmetalle Kaufen und Verkaufen  – das Wichtigste im Überblick

  • Der rechnerisch faire Preis ergibt sich aus dem in Euro umgerechneten Tageskurs
  • Je kleiner die an- oder verkaufte Menge, desto größer die Abweichung vom Tageskurs
  • Münzen können aufgrund des Sammlerwerts deutlich teurer sein