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Bundesbank gibt Gold an Bundesregierung ab


Die Bundesbank hat im Oktober 4,7 Tonnen Gold aus ihren Reserven an die Bundesregierung abgegeben. Das geht aus Daten des Internationalen Währungsfonds hervor. Die umgerechnet 150.000 Feinunzen dienen nach Angaben der Bundesbank ausschließlich der Prägung von Gedenkmünzen.

Das gelte für alle veräußerten Goldbestände seit dem Jahr 2004. Die Bundesbank ließ ausdrücklich verlauten, dass der Vorgang kein Anlass zu Spekulationen im Hinblick auf eine mögliche Trennung von den Goldreserven sei. Laut IWF hat neben Deutschland nur Tadschikistan seine Goldbestände im Oktober verringert. Andere Notenbanken bauten ihre Bestände dagegen auf: Russland kaufte 627.000 Feinunzen, Kasachstan 101.000.

Dass die Meldung über eine geringfügige Veräußerung von Gold sofort zu Spekulationen führt, ist auf das aktuelle Marktumfeld zurückzuführen. Auf dem letzten G-20-Gipfel hatten mehrere Länder, darunter Frankreich, einen Vorstoß unternommen. Sie wollten die Goldreserven der nationalen Notenbanken für den Hebel des Rettungsfonds EFSF einsetzen, weil die dazu benötigten Investoren bislang ausbleiben. Sowohl die Bundesbank als auch die Bundesregierung erteilten dem Vorhaben jedoch eine Absage.

Euro-Krise hat Deutschland erreicht

Die Euro-Krise setzt sich indes unvermindert fort. Zum Beginn der Woche hat sie endgültig auch  Deutschland erfasst. Die Bundesfinanzagentur konnte neu begebene Anleihen im Volumen von rund 6 Mrd. Euro nicht unterbringen. Die Aktion brachte weniger als 4 Mrd. Euro ein, weil Investoren fehlten. Zwar lag der Kupon für die zehnjährigen Bundesanleihen mit 2 Prozent so niedrig wie nie zuvor. Der grundlegende Vertrauensverlust des Euro erreicht aber auch die Kernstaaten.

Dass die Krise auf den Kern der Eurozone übergreift, hatten zum Wochenbeginn mit EU-Währungskommissar Olli Rehn und EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark zwei wichtige Akteure erstmals offiziell ausgesprochen. Zuvor waren erstmals auch die Anleiherenditen von Österreich und den Niederlanden angestiegen.

Der Goldpreis notierte am Donnerstag bei 1695 US-Dollar pro Feinunze. Dass der Markt nicht von der wieder wachsenden Krisenangst profitieren kann, führen Analysten auf die ansteigende Risikoaversion vieler Marktteilnehmer zurück: Es wird offensichtlich vermehrt in Liquidität umgeschichtet. Dabei meiden viele Investoren den Euroraum.

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