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Italien-Schock: Analysten rechnen mit steigendem Goldpreis


Die Italien-Krise könnte das Interesse vieler Investoren an Gold verstärken. Davon jedenfalls gehen viele Analysten aus. Nach einer zwischenzeitlichen Korrektur kämpft der Markt nun mit der Marke von 1800 US-Dollar je Feinunze. In Euro notiert der Kurs rund 75 Euro unter seinem Allzeithoch.

Eine unmittelbare Reaktion des Marktes auf die Geschehnisse um Italien blieb bislang aus. Am Montag notierte der Kurs bei 1780 US-Dollar pro Feinunze und damit nur geringfügig verändert gegenüber dem Niveau der Vorwoche. Dabei hatte die prekäre italienische Anleiheauktion die Finanzmärkte zum Wochenbeginn in Atem gehalten.

Wie viel Instabilität ist schon eingepreist?

Der Goldmarkt zeigt nun schon seit Monaten ein weitreichendes Desinteresse an politischen Entwicklungen. Der Markt hat offenbar die bislang konkret abzusehende Unsicherheit und Instabilität bereits eingepreist. Neue Impulse wären von Entwicklungen zu erwarten, die ein deutlich größeres und vor allem konkreteres Maß an Angst und Unsicherheit in die Märkte treiben.

Ein Einstieg unterhalb der Marke von 1800 USD ist auch charttechnischer Sicht nicht empfehlenswert. Rund um 1800 USD finden sich diverse Widerstände. Erst bei einem signifikanten Überschreiten der Marke wäre aus technischer Sicht der Weg für einen neuen Anlauf auf das Allzeithoch bei 1920 USD frei. Ein Long-Signal wäre vor allem bei einem Ausbruch bei gleichzeitig steigender Volatilität aussagekräftig. Ein solcher Ausbruch könnte z. B. eine gravierende, neue Information im Hinblick auf die Euro-Krise als relevant identifizieren.

Analysten so bullish wie zuletzt 2004

Von der Geldpolitik können Gold-Anleger sich keine Hilfe mehr erhoffen, weil EZB und Co. bereits jetzt alle Potenziale weitgehend ausgeschöpft haben. Auch die Inflation dürfte kurzfristig keine Kursanstiege auslösen, weil die aktuell hohen Raten bereits eingepreist sind und für das kommende Jahr ein Rückgang des Preisdrucks erwartet wird.

Eine Bloomberg-Umfrage unter Analysten in der vergangenen Woche fiel ausgesprochen bullish aus. Von den insgesamt 22 befragten Analysten gaben 21 (95 Prozent) an, für diese Woche mit steigenden Goldkursen zu rechnen. Das ist der höchste Wert seit April 2004. Daten der US-Aufsichtsbehörde CFTC deuten auch für Hedgefonds auf eine optimistische Haltung hin: Die Institutionals waren demnach so offensiv positioniert wie seit zwei Monaten nicht mehr.

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