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Hoffnung auf Lösung der Schuldenkrise: Gold kommt nicht in Fahrt


Der Goldpreis konnte sich auch zum Beginn dieser Handelswoche nicht von seinen Verlusten erholen. Neuer Schwung ist erst dann absehbar, wenn die aufgekeimten Hoffnungen auf eine baldige Lösung der Schuldenkrise wieder zunichte gemacht werden oder die Teuerungsrate in den USA überraschend stark steigen sollte.

Am Donnerstag wird die September-Inflation für die USA veröffentlicht. Nachdem China zuletzt eine Teuerungsrate von über 6,0 Prozent vermeldet hatte, könnte eine hohe US-Inflation die Sorgen der Marktteilnehmer wieder auf die Geldentwertung richten. Die Inflation in der Eurozone lag zuletzt bei 3,0 Prozent. Das erscheint auf den ersten Blick noch nicht bedrohlich. Vor dem Hintergrund einer sich eintrübenden Konjunktur und einem EZB-Inflationsziel von knapp 2,0 Prozent ist die Entwicklung aber zumindest bedenklich.

Wann schlägt die Geldschwemme auf die Inflation durch?

Seit Jahren pumpen Fed, EZB und Co. billiges Geld in Unsummen in den Wirtschaftskreislauf. Bislang  – so jedenfalls sehen es Ökonomen – hat sich die expansive Geldpolitik noch nicht auf die Teuerungsrate ausgewirkt. Die Preissteigerungen wurden zuletzt immer mit einem Anstieg der Energiepreise begründet. In den USA beschwört Bernanke eine niedrige Kerninflation, während Trichet auf dieser Seite des Atlantiks keine Zweitrundeneffekte sehen will.

Fraglich ist, ob sich die Politik des billigen Geldes nicht bald sehr viel stärker auf die Erzeuger- und (vor allem) Verbraucherpreise auswirkt als bislang. Kein Finanzexperte kann eine sichere Prognose dazu abgeben, wann sich billiges Zentralbankgeld im Supermarkt niederschlägt. Bislang fand die Zentralbank-Inflation in weiten Teilen über die Rohstoffmärkte statt. Mit billigem Geld wurden Stahl, Agrarprodukte usw. gekauft, was den Preis in die Höhe trieb.

Inflation wird unter den Teppich gekehrt

Die Aufgabe der Währungshüter ist es, die Inflation klein zu halten. Stattdessen kehren Bernanke und Trichet die Geldentwertung unter den Teppich. Die Bank of England verfährt genauso. Damit ist längst eingetreten, was Anhänger von Gold-Investments spätestens im September 2008 vermutetet hatten: Die Zentralbanken tragen mit ihrer Politik zur schleichenden Entschuldung der Staatshaushalte durch die Hintertür bei.

Eine Feinunze Gold kostete am Dienstagabend 1655 US-Dollar. Nach dem von 1920 Dollar ausgehenden deutlichen Preisrückgang blieb eine Gegenbewegung somit bislang aus. Ob das nur auf die höheren Marginanforderungen im Terminhandel zurückzuführen ist oder ob der Markt generelle neue Impulse (=Phantasien) benötigt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

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