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Goldpreis kann von Griechenland-Finale nicht profitieren


Der Goldpreis gab zum Wochenbeginn in einem schwachen Finanzmarktumfeld nach. Das Edelmetall konnte nicht von den massiv gewachsenen Ängsten im Markt vor einer finalen Eskalation der Euro-Schuldenkrise im Fall Griechenland profitieren. Während Bankaktien massiv unter Druck standen, notierte Gold mehr als 100 Dollar vom Allzeithoch entfernt. Die Charttechnik indiziert dennoch weiteres Aufwärtspotenzial.

Nach dem starken Kursanstieg von 1500 auf über 1900 US-Dollar je Feinunze hat der Goldmarkt nun einen Konsolidierungskurs eingeschlagen. Der Markt verläuft seitwärts, wobei als Handelsspanne der Bereich von 1800 bis 1900 USD relevant ist. Kurse unter 1800 USD würden zunächst Raum für Abwärtsbewegungen bis in den Bereich von 1700 USD schaffen. Umgekehrt ist eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung im Fall eines neuen Allzeithoch wahrscheinlich.

Konsolidierung vor dem Marsch Richtung 2000 USD?

Die Konsolidierung setzte am 23. August ein, als der Markt nach einem neuen Hoch rund 90 Dollar nachgab. Seitdem konnte der Goldpreis nicht mehr von den Ängsten am Finanzmarkt profitieren. Aktien gaben im selben Zeitraum deutlich nach, sichere Anleihen legten zu: Die Krisenstimmung hat sich nicht in höheren Goldkursen niedergeschlagen, wie von vielen erwartet. Auch die veränderten Markterwartungen am Geldmarkt – Leitzinserhöhungen sind vom Tisch – führten  nicht zu weiter steigenden Notierungen.

Der Markt ist insgesamt aber weiterhin klar bullish: Die aufwärts gerichtete Konsolidierungsphase unterbricht zunächst lediglich den Aufwärtstrend, der sich zuletzt beschleunigt hatte. Das Erreichen neuer Hochs ist deshalb auf absehbare Zeit wahrscheinlich. Das bisherige Allzeithoch liegt nur rund 4 Prozent unter der Marke von 2000 US-Dollar, die nach einem Ausbruch den nächsten Zielbereich darstellt.

Griechenland-Finale hilft nicht

Der Goldpreis konnte nicht von der drohenden Zuspitzung im Fall Griechenland profitieren. In den vergangenen Tagen verdichten sich die Hinweise darauf, dass es anders als offiziell verlautbart zu einer Umschuldung in  Verbindung mit einem Ausschluss Griechenlands aus der Eurozone kommen könnte.

Laut einem Bericht des „Spiegel“ werden im Bundesfinanzministerium bereits mehrere Szenarien für einen solchen Fall durchgerechnet. Offiziell genießt Griechenland zwar weiter die Rückendeckung der Bundesregierung. Diese hat aber zuletzt mehrfach klargestellt, dass Athen sich an die zugesagten Konsolidierungsvereinbarungen halten müsse, um Auszahlungen aus dem Rettungspaket zu erhalten. Es ist kein Geheimnis, dass dies wahrscheinlich nicht gelingen wird. Athens Liquidität reicht noch bis Oktober.

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