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Goldpreis: Eine Korrektur ist keine geplatzte Blase


Zwei Gründe sprechen ganz konkret dafür, dass es sich bei den jüngsten Kursverlusten am Goldmarkt um eine Korrektur und nicht um eine geplatzte Spekulationsblase handelt. Zum einen wird in den Medien und am Markt zu viel über die vermeintliche Blase  diskutiert. Zum anderen hat der Goldpreis zum Wochenausklang noch einmal deutlich zugelegt und fast am Tageshöchstkurs geschlossen.

Von seinem bisherigen Allzeitich bei 1911 US-Dollar gab der Goldpreis im Wochenverlauf auf bis zu 1700 Dollar nach. Am Freitagabend kostete eine Feinunze aber bereits wieder 1829 Dollar. Der Markt schloss zum Wochenausklang gerade einmal 60 US-Cents unter seinem Tageshöchstkurs. Das ist ein deutliches Signal dafür, dass sich bei sinkenden Kursen schnell Käufer finden. Im Fall einer Spekulationsblase ist das anders: Platzende Blasen sind gekennzeichnet durch sinkende Kurse, denen ein größeres Angebot folgt.

Höhere Marginanforderungen an der Comex

Zudem gibt es einen konkreten Anlass für den Kursrückgang: Die Terminbörse Comex hatte die Marginanforderungen für den Handel mit Gold-Futures um 27 Prozent angehoben. Für jeden offenen Kontrakt müssen nun 9450 Dollar als Sicherheit hinterlegt werden. Ein Kontrakt bezieht sich auf 100 Feinunzen. Dass die Kurs zum Wochenende hin dennoch anzogen, ist deshalb als Signal für die Stärke des Marktes zu werten.

An den fundamentalen Rahmenbedingungen hat sich ohnehin nichts geändert. Die Schuldenkrise hat Europa und die USA weiter fest im Griff. Die Zinsen für sichere Anleihen dürften ebenso wie die Leitzinsen (und damit die Opportunitätskosten für Gold-Investments) niedrig bleiben. Gleichzeitig wächst die Sorge vor einer neuen Rezession und /oder einer langanhaltenden Phase der Stagnation. Gleichzeitig fürchten sich Investoren weiter vor Inflation.

Goldpreis verläuft über seinem langfristigen Trend

Ein Blick auf den Goldchart zeigt, dass sich der Markt in einer insgesamt guten Verfassung zeigt. Rückschläge sind zwar nie ausgeschlossen. Der langfristige Aufwärtstrend und dass Tief der zurückliegenden Woche bei 1700 Dollar sollten aber signifikante Unterstützung bieten. Von Mitte Juni an hatte der Goldpreis um rund 400 Dollar je Feinunze zugelegt und sich damit nach oben hin von seinem langfristigen Aufwärtstrend entfernt.

Optimistisch kann der Pessimismus stimmen, der sich bei den Kursverlusten sehr rasch eingestellt hat. Während bei einer platzenden Blase fallende Kurse mit optimistischen Nachrichten einhergehen, wurde in den letzten Tagen verbal massiv auf das Edelmetall eingeschlagen. Auch der CoT-Report vom Freitagend indizierte einen deutlichen Anstieg des Pessimismus unter Spekulanten. Der Goldmarkt hat deshalb noch Luft nach oben.

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