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Gold galoppiert Richtung 2000 USD


Der Goldpreis hat am Freitag abermals ein neues Allzeithoch markiert und seinen dynamischen Aufwärtstrend der vergangenen Wochen damit fortgesetzt. In einem von Rezession- und Krisenangst dominierten Finanzmarktumfeld stieg der Preis für eine Feinunze auf mehr als 1877 US-Dollar. Im Konsens gehen Marktteilnehmer nun von einem Test der psychologischen Hürde bei 2000 Dollar aus.

Die Finanzmärkte kommen nicht zur Ruhe. Der Deutsche Aktienindex gab auch am Freitag deutlich nach. Am Nachmittag notierte der deutsche Leitindex bei 5480 Punkten und damit knapp unter dem im jüngsten Abwärtssog markierten Tief. Auf Wochensicht ergibt sich ein Verlust von mehr als 500 Indexpunkten, was angesichts der Verluste in den Vorwochen als ausgesprochen viel einzuschätzen ist.

Der Markt hat nach den starken Verlusten keinen Boden gefunden –die zwischenzeitliche Korrektur machte nur einen Bruchteil der erlittenen Verluste das. Das ist ein Indiz für weiterhin bestehendes Abwärtspotenzial. Die Märkte werden weiterhin durch die weltweite Schuldenkrise und die global stark nachlassende Konjunktur belastet. Die Kombination aus möglicher weltweiter Rezession und der globalen Schuldenlast macht den Investoren offenbar Angst.

Im Fall einer scharfen Rezession verfügten Regierungen nicht nur nicht über Möglichkeiten, durch Ausgabenprogramme und Steuersenkungen gegenzusteuern. Aufgrund der angespannten Finanzsituation müsste dann auf erneut ansteigende Budgetdefizite sogar mit Ausgabenkürzungen reagiert werden. Das würde die Rezession verschärfen und könnte speziell in Südeuropa zu politischer Instabilität führen.

Solche Szenarien sind der Stoff, aus dem die Goldhausse ist. Der Kurs ist nun binnen zwei Monaten um 300 Dollar je Feinunze angestiegen. Anleger müssen allen kurstreibenden Krisenszenarien zum Trotz deshalb auch mit Rückschlägen rechnen.

Die fundamentalen Rahmenbedingungen sprechen  – den bereits sehr stark angestiegenen Preis einmal ausgeblendet – für Gold. Die Konjunktur wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit weiter eintrüben, weil die Konjunkturpakete der Regierungen nicht nur in Deutschland offenbar aufhören zu wirken. Das Zinsniveau für als sicher eingestufte Anleihen dürfte sinken bzw. zumindest nicht signifikant ansteigen. Dafür werden die EZB und die Fed sorgen. Das Leitzinsniveau könnte in absehbarer Zeit sogar wieder sinken – am Geldmarkt bauen sich bereits entsprechende Erwartungen auf.

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