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Gold eilt von einem Rekordhoch zum anderen: Erdrutschartiger Vertrauensverlust


Die Nachwirkungen der herabgestuften US-Bonität, die Ausweitung der Euro-Schuldenkrise auf Frankreich und wachsende Sorgen der Marktteilnehmer vor einer globalen Rezession haben die Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt. Gold erweist sich einmal mehr als sicherer Hafen: Der Goldpreis markierte am Mittwoch mit 1780 US-Dollar je Feinunze abermals ein Rekordhoch.

Der Goldpreis erreichte zeitgleich auch in Euro ein  Allzeithoch: Eine Feinunze kostete zum Wechselkurs vom Mittwoch knapp 1255 Euro. Der abermalige Kursanstieg wurde von einem sehr schwachen Umfeld an den Finanzmärkten begleitet. Nachdem die Leitbörsen sich zunächst von den Kursverlusten der vergangenen Tage erholten, drehten sie am Nachmittag ins Minus.

Schuldenkrise wird als globales Problem wahrgenommen

In den vergangenen Wochen hat sich die Wahrnehmung der Schuldenkrise durch die Märkte spürbar verändert. Insbesondere wird der Geld- und Fiskalpolitik offenbar nicht mehr zugetraut, die Probleme auf absehbare Zeit zu lösen. Nur so lässt sich erklären, warum „sichere Häfen“ so teuer sind wie nie zuvor. Nicht nur Gold notiert auf einem Rekordhoch. Auch der Schweizer Franken, wegen der geringen Staatsverschuldung der Eidgenossen und der stabilen Wirtschaft häufig als Fluchtwährung genutzt, kostet so viel wie nie. Für einen Euro wurden am Mittwoch weniger als 1,04 Franken gezahlt.

Die Schuldenkrise hat alle etablierten Volkswirtschaften der Welt erfasst. Die USA stehen seit der Herabstufung ihrer Bonität im Fokus. Die größte Volkswirtschaft der Welt verschuldet sich im Rekordtempo und leidet unter einer ausgeprägten Wachstumsschwäche. Nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch scheint eine Eindämmung der Verschuldung in den USA unwahrscheinlich.

In Europa läuft es nicht viel besser. Nachdem zunächst Italien und Spanien in den Blickpunkt der Märkte geraten waren, wachsen nun die Zweifel an der Bonität Frankreichs, der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone. Frankreichs Haushaltsdefizit lag im vergangenen Jahr bei 7 Prozent des BIP, in diesem Jahr sollen es 5,7 Prozent werden. Für das nächste Jahr hat die französische Regierung 4,7 Prozent neue Schulden in Aussicht gestellt – die mäßige Konjunktur in Frankreich lässt nicht viel zu.

Infolge der Spekulationen um eine bevorstehende Herabstufung der französischen Bonität gaben die Aktien der französischen Großbanken SocGen und BNP Paribas  um mehr als zehn Prozent nach. Der deutsche Aktienindex näherte sich am frühen Abend zwischenzeitlich dem letzten Tief bei 5500 Punkten. Der Bund-Future legte um 1,5 Prozent auf 134,37 zu. Bundesanleihen mit fünf Jahren Restlaufzeit rentierten mit 1,51 Prozent.

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