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Goldpreis marschiert Richtung 2000 Dollar


Der Goldpreis steigt weiter. Am Mittwoch kostete eine Feinunze Gold in der Spitze 1672,45 US-Dollar und damit so viel wie noch nie. Das Metall profitiert von der der wieder auflebenden Krisenangst. Die Risikoaufschläge für spanische und italienische Anleihen erreichten Rekordstände. Zunehmend gerät auch die USA in den Sog der Schuldenkrise: Der formale Bankrott ist vorerst abgewendet, der Weg zurück zu einer glaubwürdigen und stabilitätsorientierten Haushaltspolitik aber weiter denn je.

Nachdem die Beschlüsse zur Griechenland-Rettung die Märkte für kurze Zeit beruhigt hatten, dominieren nun wieder Angst und Risikoaversion die Märkte. Edelmetalle profitieren davon. Auch der Silberpreis hat deutlich zugelegt: Eine Feinunze kostete am Mittwoch bis zu 42,00 US-Dollar.

Einen konkreten Anlass für die sorgenvolle Stimmungslage gibt es wieder einmal nicht. Vielmehr wachsen Tag für Tag die Zweifel an einer Lösung der Schuldenprobleme. Das gilt nicht nur für Europa, sondern auch für die USA.

Das US-Sparpaket ist nicht glaubwürdig

Die „Rettung“ der Wirtschaftsmacht durch eine Anhebung der Schuldenkrise weist in keiner Weise den Weg hin zu einer Lösung. Demokraten und Republikaner haben sich auf einen Kompromiss geeinigt und ein Sparprogramm beschlossen, das diesen Namen eigentlich gar nicht verdient. Im nächsten Fiskaljahr sollen 25 Mrd. Dollar eingespart werden. Die geplante Neuverschuldung liegt 2012 bei rund 1150 Mrd. Dollar und wird somit nicht wesentlich reduziert.

Das Sparprogramm besteht im Wesentlichen aus einer Verschiebung der Haushaltslasten in die Zukunft. Anstelle echter Ausgabenkürzungen wurden für die kommenden Jahre geplante Ausgabensteigerungen (vorerst nur auf dem Papier) reduziert. Nach derzeitigem Stand werden die USA in den kommenden zehn Jahren weiter 7000 Mrd. Dollar Schulden aufbauen.

Auch auf dieser Seite des Atlantiks setzt sich die Schuldenkrise fort. Die Renditen spanischer und italienischer Staatsanleihen mit zehn Jahren Restlaufzeit stiegen auf den höchsten Stand seit Einführung der Eurozone. Spanien muss einen Risikoaufschlag von über vier Prozentpunkten für seine Schuldverschreibungen zahlen. Als Risikoaufschlag wird die Renditedifferenz zu laufzeitäquivalenten Bundesanleihen bezeichnet.

EU-Kommissionspräsident Barroso bezeichnete die Vorgänge an den Bondmärkten als „besorgniserregend“ und forderte eine schnelle Umsetzung der Gipfelbeschlüsse. Die Märkte vermissen auch in Europa eine glaubwürdige Lösung: Für die Aufnahme mehrerer großer Staaten bietet der Rettungsmechanismus nicht genügend Platz.

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