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Goldpreis kämpft mit 1600 Dollar


Der Goldpreis notierte am Donnerstagabend knapp unter der Marke von 1600 Dollar. Die Handelssitzung stand ganz im Zeichen des EU-Gipfels, von dem am Abend erste Ergebnisse durchsickerten.

Die Banken werden sich offenbar auf freiwilliger Basis an der Sanierung Griechenlands beteiligen. Für andere finanzschwache Staaten soll es vorbeugende Hilfszusagen geben. Der Euro-Rettungsfonds soll zum Aufkauf von Staatsanleihen ermächtigt werden. Verschuldete Staaten sollen zudem von Erleichterungen bei der Tilgung ihrer Kredite erhalten.

Nur minimale Korrektur nach Ausbruch


Das Verhalten des Goldkurses nach dem Erreichen eines neuen Allzeithochs kann auf unterschiedliche Art und Weise interpretiert werden. Wer sich vom Durchbrich durch den ATH-Widerstand die Initialzündung für eine dynamische Aufwärtsbewegung erhofft hat, wurde bislang enttäuscht. Der Goldpreis notierte in der Spitze kaum mehr als 2 Prozent über dem früheren Hoch.

Ein Blick über den Ausbruchspunkt hinaus aber zeigt, dass durchaus Dynamik im Markt vorhanden ist. Binnen kurzer Zeit und praktisch ohne Korrekturen ist der Kurs von 1490 auf 1610 Dollar angestiegen. Dem starken Aufwärtsimpuls schloss sich bislang keine Gegenbewegung an, die diesen Namen auch verdient.

Es wäre keinesfalls ungewöhnlich, würde der Kurs nun in den Bereich des vorangegangenen Hochs zurückkehren und von dort aus einen neuen Anlauf nach oben starten. Charttechnisch betrachtet wäre das ein Indiz für einen weiterhin stabilen Aufwärtstrend, auch wenn zuletzt einige Trendlinien gefallen sind.

Ein stabiler Trend bestätigt den neuen Status


Ein langfristiger, stabiler Aufwärtstrend bestätigt Goldanalysten, die in den Rekordkursen keinen spekulationsgetriebenen Hype, sondern eine grundlegende Neubewertung des Goldes sehen. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten und die in fast allen Industrienationen existierenden Schuldenexzesse rechtfertigen ein dauerhaft anderes Austauschverhältnis von Gold zu Geld.

Ereignisse wie der EU-Gipfel und die darauf beschlossenen Maßnahmen zur Bewältigung der Schuldenkrise sollten nicht überbewertet werden. Es kann nicht „die“ Rettungsaktion geben, nach der alle Probleme vom Tisch sind. Die Verunsicherung kann nur weichen, wenn stabilitätsorientierte Maßnahmen von allen Beteiligten dauerhaft und unmissverständlich umgesetzt werden.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann niemand mit Sicherheit vorhersagen, ob die Märkte wieder volles Vertrauen in den Euro fassen. Sicher erscheint lediglich, dass es bis dahin noch lange dauern wird. Bis alle Euro-Staaten ihre Neuverschuldung gestoppt haben, können noch Jahre vergehen. Solange wird Gold als Krisenwährung gefragt sein.

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