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Gold erreicht neues Allzeithoch


Kehrtwende statt Trendumkehr: Die Edelmetallmärkte ziehen deutlich an. Der Goldpreis markierte ein neues Allzeithoch und der Silbermarkt preschte mit sehr viel Dynamik durch zwei Widerstände nach oben. Die Sorgen um eine Ausweitung der Schuldenkrise auf das Schwergewicht Italien haben bei einem Teil der Marktteilnehmer die Krisenstimmung zurückgebracht.

Eine Feinunze Gold kostete am Mittwochabend mehr als 1587 Dollar. Das ist der höchste Stand aller Zeiten. Auch in Euro gerechnet hat der Goldpreis in dieser Woche ein Allzeithoch erklommen: Er kletterte auf über 1124 Euro. Der Silberpreis schoss ebenfalls in die Höhe: Allein am Mittwoch stieg er um mehr als 5 Prozent auf 38,30 US-Dollar.

Edelmetalle – allen voran Gold – profitieren seit mindestens drei Jahren von der Angst der Märkte vor einem Kollaps des Finanzsystems durch Überschuldung. In den vergangenen Monaten schienen die Märkte aber nicht mehr auf Krisenmeldungen zu reagieren – wohl, weil die Pleite von Staaten wie Griechenland, Irland und Portugal bereits eingepreist war.

Neue Dimension: EZB will Rettungsschirm auf 1,5 Billionen verdoppeln

In den vergangenen Tagen aber erreichte die Euro-Krise eine neue Dimension. Plötzlich steht Italien im Blickpunkt. Italienische Staatsanleihen gaben zum Wochenbeginn deutlich nach. Die Risikoaufschläge stiegen auf den höchsten Wert seit der Euro-Einführung.

Italien ist anders als die bisherigen Rettungsschirm-Nutzer ein „dicker Fisch“. Mit 1,7 Billionen Euro hat der italienische Staat fast so viele Schulden angehäuft wie die Bundesrepublik (2 Billionen). Im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung erscheint der Schuldenberg aber sehr viel bedrohlicher: Italien ist mit rund 120 Prozent des BIP verschuldet. In diesem Jahr wird das Defizit der öffentlichen Haushalte 3,9 und im kommenden Jahr 2,7 Prozent betragen.

Griechische Dimensionen sind damit noch nicht erreicht. Angesichts des großen ausstehenden Anleihevolumens will die EZB aber keine Eskalation an den Anleihemärkten riskieren. Sie forderte am Wochenende deshalb eine Verdopplung des Rettungsschirms auf 1,5 Billionen Euro.

Der Goldmarkt sendet mit dem Erreichen des neuen Allzeithochs bei gleichzeitig angestiegener Volatilität ein klares Kaufsignal. Wer vorsichtig ist. Wartet zunächst eine Bestätigung auf Wochenbasis ab. Abwarten ist auch bei Silber angesagt. Im Bereich von 39 Euro verläuft der obere Rand der Trading Range. Erst wenn der Markt – am besten bei hoher Volatilität und in starker kurzfristiger Korrelation mit Gold – diese Hürde nimmt, ist ein Einstieg charttechnisch betrachtet sinnvoll.

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