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Gold und Silber legen zu und lassen viele Fragen offen


Gold und Silber konnten in der abgelaufenen Handelswoche deutlich an Wert gewinnen. Dennoch deutet die charttechnische Situation nicht auf neue Hochs in näherer Zukunft hin. Stattdessen kündigt sich eine längere Konsolidierungsphase an.

Eine Feinunze Gold kostete am späten Freitagabend 1545 US-Dollar. Zum Wochenauftakt hatte der Goldpreis  noch bei 1498 Dollar notiert. Das Wochenplus von gut 3 Prozent hat aber keine neuen Tatsachen geschaffen. Gold notiert nun unterhalb des Allzeithochs bei 1575 Dollar. Zudem ist der Markt seitlich aus dem Aufwärtstrend hinausgelaufen. Das Allzeithoch und der frühere Trend wirken nun als Kreuzwiderstand auf dem Weg nach oben.

Der Silberpreis konnte auf Wochensicht ebenfalls deutlich zulegen. Am Freitagabend kostete eine Feinunze 36,70 US-Dollar nach gut 34 Dollar zum Wochenauftakt. Mit dem Wochenplus von mehr als 7 Prozent hat sich der Silbermarkt vom kritischen Kursbereich bei 34 Dollar entfernt. Ein Unterschreiten dieser Unterstützungszone hätte Raum für eine deutliche Abwärtsbewegung geboten. Der Markt verharrt nun weiter in der Trading Range, die nach dem Crash von 50 auf 35 Dollar eingeschlagen wurde.

Geldpolitik sendet keine echten Ausstiegssignale

Am Donnerstag hat die EZB wie erwartet den Leitzins für die Eurozone von 1,25 auf 1,50 Prozent angehoben. Volkswirte rechnen nicht zuletzt aufgrund der Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet mit einer weiteren Zinserhöhung in diesem Umfang bis zum Jahresende. Die Euro-Währungshüter signalisieren unter dem Strich, dass es zu moderaten, nicht aber zu starken geldpolitischen Straffungen kommen wird.

Die anderen großen Notenbanken folgen der EZB nicht. Sie machen gar keine Anstalten, aus der  Politik des billigen Geldes auszusteigen. Die Bank of England beließ ihren Leitzins bei 0,5 Prozent und auch in den USA und Japan sind keine Zinserhöhungen in Sicht. Die Edelmetallmärkte werden so auch weiterhin nicht unter hohen Opportunitätskosten oder mangelnder Liquidität leiden.

Neuen Schwung könnte speziell der Goldmarkt erhalten, wenn sich die Euro-Schuldenkrise weiter verschärft. In den letzten Tagen schienen sich Sorgen um Italien zu verstärken. Große Zweifel der Märkte an der italienischen Bonität gelten als potenzieller Super-GAU für die Finanzmärkte. Italien ist mit einem Schuldenstand von 1,8 Billionen Euro zu groß für alle bisherigen Rettungsschirme.

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