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Neue Sorgen am Finanzmarkt treiben Goldkurs nicht


Der Goldpreis hat zum Wochenbeginn nicht auf die neuen Sorgen um den Euro reagiert. Zwar legte der Goldkurs leicht zu – ein Zusammenhang mit den aktuellen Geschehnissen lässt sich aber nicht herstellen. Um das Wochenende herum waren Sorgen um die Bonität Italiens und Belgiens aufgetreten.


Sorgen bereitete zudem die wachsende Proteststimmung in Spanien. Auch Medienberichte über ausfallgefährdete Posten im Volumen von mehreren hundert Milliarden Euro bei den europäischen Notenbanken sorgten für Gesprächsstoff.

Die Angst vor einer Entwertung des Papiergeldes sollte die Preise für Edelmetalle stark treiben. Das Vertrauen in den Euro dürfte in den letzten Tagen abermals massiv Schaden genommen haben. Der „Spiegel“ hatte am Montag berichtet, die Europäische Zentralbank sitze auf Kreditausfallrisiken im dreistelligen Milliardenbereich.

Die Währungshüter als Bad Bank


Ganz neu ist die Problematik nicht. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte bereits vor Wochen über Target-Kredite berichtet, die der Deutschen Bundesbank große Ausfälle bescheren könnten. Geschäftsbanken in finanzschwachen Euro-Staaten wie Irland oder Spanien haben seit einigen Jahren praktisch keinen Zugang mehr zum Geldmarkt. Deshalb leihen sie sich Geld bei ihrer nationalen Zentralbank. Solche Kredite werden gegen Sicherheiten vergeben. Und genau die sind offenbar das Problem.

Zu den Sicherheiten zählen z. B. Staatsanleihen von Griechenland, Irland, Portugal oder Spanien. Überraschend kommt das nicht. Im Zuge der Hilfsmaßnahmen für Griechenland hatte die EZB mehrfach die Kriterien für Sicherheiten gelockert, um griechischen Banken Kredit geben zu können. Zudem hat sie selbst aktiv griechische Staatsanleihen aufgekauft, um den Kurs zu stützen. Der „Spiegel“ berichtete zudem über strukturierte Finanzprodukte (Asset Backed Securities) im Volumen von 480 Mrd. Euro, die die Währungshüter als Sicherheit akzeptiert haben sollen. Quellen wurden in dem Bericht nicht genannt.

Silber sendet noch keine eindeutigen Signale

Dass der Goldpreis nicht mit deutlichen Aufschlägen auf die Spekulationen reagiert, ist ein Hinweis auf ein Nachlassen des Aufwärtstrends bzw. auf eine länger andauernde Konsolidierung auf hohem Niveau. Solche Signale sendet der Goldmarkt seit längerem. Eine Feinunze Gold kostete am Dienstagabend 1526 US-Dollar.

Der Silberpreis konnte sich zum Wochenbeginn stabilisieren. Der Preis für eine Feinunze kletterte am Dienstag um mehr als 4,5 Prozent auf 36,70 Dollar. Dennoch ist nicht sicher, dass ein Boden gefunden wurde. Dass ein möglicher zweiter Abwärtsimpuls so stark ausfallen würde wie der Crash von 50 auf 35 Dollar ist nun aber unwahrscheinlicher als noch vor einer Woche.

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