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Silberpreis legt nach Crash leicht zu: Das Auge des Sturms?


Der Silberpreis erholte sich zum Wochenbeginn. Am Montagabend notierte der Preis für eine Feinunze bei 37,50 Dollar und damit gut 5 Prozent fester als zum Wochenschluss. Der Crash der vergangenen Woche muss damit aber keinesfalls beendet sein. Der Goldpreis zeigt sich von der bevorstehenden Eskalation der Euro-Schuldenkrise unbeeindruckt.

Der Crash am Silbermarkt in der vergangenen Woche hatte dem Edelmetall einen Kursverlust von rund 30 Prozent beschert. Als eine der Ursachen für den drastischen Preisrückgang gelten unter Händlern die strengeren Marginanforderungen an Terminbörsen. Auch das unmittelbar vor dem Crash beinahe erreichte Allzeithoch aus der Hunt-Spekulation und seine psychologische Wirkung gilt als möglicher Auslöser des Crashs.

Der Silbermarkt war überhitzt

Bricht ein Markt aus heiterem Himmel um 30 Prozent ein, war die vorangegangene Aufwärtsbewegung strukturell schwach. Darauf deutet schon allein der extrem steile Anstieg des Silberpreises hin. Strukturelle Schwäche im Zusammenhang mit einem starken Aufwärtstrend bedeutet, dass der Markt von Käufen auf Kredit und mit rein spekulativer Absicht getrieben wurde.

Ein strukturell starker Markt zeichnet sich dadurch aus, dass ein Preisrückgang rasch neue Käufer anlockt und es deshalb nicht zu so gravierenden Preisrückgängen binnen kürzester Zeit kommt wie in der vergangenen Woche beim Silber gesehen. Anders bei einem Bubble-Markt: Hier führt ein Preisrückgang nicht zu steigender Nachfrage, sondern zu steigendem Angebot: Spekulanten müssen ihre kreditfinanzierten Positionen bei Verlusten schnell auflösen.

Ob der Crash der vergangenen Woche den Boden für eine neuerliche, solidere Aufwärtsbewegung bildet, ist derzeit vollkommen ungewiss. Der Kursanstieg um 5 Prozent am heutigen Montag könnte auch lediglich eine sehr kurze Zwischenerholung sein, die charttechnisch als Wimpel einzustufen wäre. Wimpel sind kurzfristige Formationen in meist volatilen Märkten, die auf eine Fortsetzung des übergeordneten Trends hindeuten. Sollte die Wimpel-Formation durch das rasche Erreichen eines neuen Tiefs vollendet werden, wäre ein weiterer starker Kursverlust wahrscheinlich.

Gold kann von Schuldenkrise nicht mehr profitieren

Der Goldpreis konnte zum Wochenbeginn um gut 1 Prozent auf 1512 Dollar zulegen. Der Markttrend ist damit weiter aufwärts gerichtet, zeigt aber eine nachlassende Dynamik. Damit hat sich den Situation am Goldmarkt wenig geändert. Der Goldpreis reagierte wenig bis gar nicht auf die Gerüchte um einen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion. Der Markt scheint ein solches bzw. ein vergleichbares Szenario bereits einzupreisen, was ein Blick auf den Anleihemarkt bestätigt.

Die Märkte erwarten eine Umschuldung Griechenlands und wären auch von  einem portugiesischen oder irischen Pendant nicht wirklich überrascht. Vor diesem Hintergrund ist nicht davon auszugehen, dass der Goldpreis von Meldungen rund um die Euro-Schuldenkrise profitieren kann. Das würde sich erst ändern, wenn neue (und gravierendere) Fakten auf dem Tisch lägen. Eine Zuspitzung der Probleme Spaniens etwa oder Zweifel an der deutschen Bonitätseinstufung könnten Gold neuen Schub verleihen.

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