News

Crash am Silbermarkt: Ist die Blase nun geplatzt?


Der Silberpreis befindet sich im Sinkflug: In der Nacht zum Montag begann der Crash und stürzte den Kurs bis Dienstagabend von 49,80 auf 41,70 US-Dollar pro Feinunze. Der Markt gibt das Bild einer geplatzten Blase ab. Über die Ursachen des Crashs und Chancen und Risiken für Anleger gibt es unterschiedliche Auffassungen.

Der Preis für eine Feinunze Silber gab auch am Dienstag deutlich nach. Am Abend notierte der Kurs bei 41,70 Dollar und damit mehr als 5 Prozent unter dem Vortagesniveau. Gemessen am zuletzt erreichten Höchstkurs bei knapp 50 Dollar gab der Kurs um mehr als 16 Prozent nach. Der EUR/USD-Wechselkurs hat sich indes kaum verändert: Die Kursverluste lassen sich nicht mit dem Devisenmarkt erklären.

Bei einem so starken Kursverlust binnen kürzester Zeit handelt es sich selten um eine normale Korrektur. Der Crash ist vielmehr ein Hinweis darauf, dass die Hausse der letzten Monate übertrieben war. In der Spitze hat sich der Silberpreis binnen Jahresfrist mehr als verdreifacht. Erklärungen dafür gab es viele: Marktteilnehmer argumentierten mit Nachholbedarf gegenüber dem Goldpreis, mit einer wachsenden Nachfrage aus dem Finanzsektor und mit der in Unmengen vorhandenen Liquidität im Finanzsystem.

All diese Argumente lassen sich kaum widerlegen. Die wichtigste Triebkraft der Hausse scheint aber die Hausse selbst gewesen zu sein. Es ist kein Zufall, dass der Crash von einem Kursniveau kurz unterhalb des historischen Allzeithochs aus dem Januar 1980 eingesetzt hat. Damals hatte der Silberpreis Rekordhöhen  erklommen, nachdem die Gebrüder Hunt den Markt durch spekulative Käufe nach oben getrieben hatten.

Es erscheint durchaus denkbar, dass kurz unter dieser psychologisch wichtigen Marke keine Käufer mehr am Markt waren. Dann lösen auch vergleichsweise kleine Verkaufsaufträge große Kursverluste aus. Da viele Akteure am Silbermarkt mit Finanzhebel agieren, hat sich der Abwärtsimpuls möglicherweise selbst verstärkt, weil notgedrungen verkauft wurde. Begünstigt wurde dieser Effekt sicherlich durch die höheren Sicherheitsleistungen, die die US-Terminbörse Comex von Investoren neuerdings verlangt.

Ob der Markt noch einmal zurückkommt und einen neuen Anlauf auf das Allzeithoch unternimmt, lässt sich derzeit nicht absehen. Denkbar ist ein solches Szenario selbst dann, wenn die Blase bereits geplatzt ist – starke Kursrücksetzer im Endstadium einer spekulativen Blasenbildung sind nicht ungewöhnlich. Ihnen können neue Hochs folgen, denen dann unweigerlich noch tiefere Stürze folgen.

Charttechnisch betrachtet stellt das letzte Hoch auf einem etwaigen Weg nach oben einen Widerstand dar. Da es kurz unter dem Hoch von 1980 liegt, das psychologisch bedeutsam ist, besteht aus technischer Sicht erst über diesem Niveau eine signifikant erhöhte Wahrscheinlichkeit auf eine Fortsetzung der Hausse. Sollte es weiter abwärts gehen, lässt sich auch daran Geld verdienen. Anleger sollten auf Flaggen, Wimpel und andere kurzfristige charttechnische Fortsetzungsformationen achten, die sich im Zuge der Abwärtsbewegung wahrscheinlich ergeben

Hinterlass einen Kommentar