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Japan-Katastrophe: Run auf Edelmetalle bleibt aus


Die verheerende Katastrophe in Japan hat bislang nicht zu einem Run auf Edelmetalle geführt. Zu Wochenbeginn sanken die Kurse für Gold, Silber, Platin und Palladium sogar. In den letzten Tagen zogen die Notierungen zwar wieder an – ein Zusammenhang mit den Geschehnissen in Japan drängt sich aber nicht auf. Wie der Anlauf auf die letzten Hochs ausgeht, ist ungewiss.


Gold kostete am Freitag knapp 1420 US-Dollar. Das Allzeithoch bei 1245 Dollar liegt damit zwar nicht weit entfernt. Angesichts des Ausmaßes der Katastrophe in Japan und im Hinblick auf die große Unsicherheit auf die möglichen Schäden und die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft erscheint das jedoch als eher schwaches Indiz für den  Goldmarkt.

Der „sichere Hafen“ sollte eigentlich in unsicheren Zeiten verstärkt angesteuert werden. Bleibt im Angesicht einer Katastrophe wie der in Japan ein Nachfrageschub aus, könnte das ein Indiz für eine strukturell zu geringe Nachfrage am Markt sein. Dies spräche für eine länger andauernde Konsolidierung, die einen Test des Allzeithochs allerdings keinesfalls ausschließt.

Die Chancen auf neue Allzeithochs am Silbermarkt stehen besser. Zwar liegt auch der Silberpreis knapp unter seinem Allzeithoch von 36,70 Dollar. Am Freitag schloss der Markt bei 35,25 Dollar. Die charttechnische Situation ist allerdings aussichtsreicher. Nach einem starken Aufwärtsimpuls legte der Kurs zuletzt eine Pause ein.

Die Korrektur beschränkt sich bislang jedoch auf etwa 20 Prozent der vorangegangenen Aufwärtsbewegung – setzt sich der Trend nach oben fort, erwiese sich diese kurze Korrektur als Indiz für einen weiter stark bullishen Markt. Anders als beim Goldmarkt spricht die ausbleibende Reaktion auf die Geschehnisse in Japan nicht gegen den Markt: Silber ist ein wichtiges Industriemetall und hätte angesichts der möglichen Eintrübung in Japan durchaus zu den Verlierern der Katastrophe zählen können.

Platin kostete am Freitag 1722,50 Dollar je Feinunze und lag damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 1867,50 Dollar. Nicht nur die bloße Distanz zu dieser Marke, sondern auch das übrige charttechnische Bild sprechen gegen eine Fortsetzung der Rallye in näherer  Zukunft. Zuvor müsste eine ausgesprochen signifikante Widerstandszone inklusive Rounding-Top und Kreuzwiderstand überwunden werden.

Ähnlich unwahrscheinlich erscheinen neue Höhenflüge zunächst auch bei Palladium. Am Freitag schloss  der Markt bei 730,50 Dollar. Das 52-Wochen-Hoch bei 862 Dollar liegt damit weit entfernt. Nach dem Bruch des seit Mitte 2010 währenden Aufwärtstrends sucht der Markt noch immer nach einem Boden.



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