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33 Dollar im Blick: Silber so teuer wie zuletzt 1980




Der Silbermarkt hat nach einer Konsolidierung seinen Aufwärtstrend fortgesetzt. Eine Feinunze Silber kostete am Freitagabend mehr als 32 Dollar und damit so viel wie seit dem Jahr 1980 nicht mehr. Silber findet nicht nur in der Industrie, sondern auch unter Anlegern immer mehr Anhänger. Offenbar etabliert sich das Metall als Strategie gegen Inflation.

Ein Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Samstag dokumentiert allerdings, dass der Einfluss des Finanzsektors auf dem Markt derzeit noch vergleichsweise gering ist. Unter Berufung auf Daten von Bloomberg und der LBBW stellt die FAZ in einer Grafik dar, dass 60 Prozent der Nachfrage auf die Industrie inklusive der Fotoindustrie entfallen. Silber ist als ausgesprochen guter Stromleiter vor allem in der Elektroindustrie wichtig. Zudem kommt es in Katalysatoren zum Einsatz.

Besteck und Schmuck machen 25 Prozent der Nachfrage aus. Nur 15 Prozent entfallen demnach auf Anleger. Die Bedeutung des Finanzsektors für die Nachfrage nach Silber könnte jedoch zunehmen. Silber gerät zunehmend in den Blickpunkt institutioneller und privater Anleger. Das ist zum Teil naturgemäß der Hausse zuzuschreiben: Binnen zwei Jahren hat sich der Silberpreis verdoppelt. Gegenüber dem Beginn des vergangenen Jahrzehnts kostet Silber heute sogar 6,5 Mal mehr.

Privatanleger können über Münzen und Barren, aber auch über börsengehandelte Produkte (ETCs) in den Markt investieren. Der ishares Silver Trust ist nach Angaben der FAZ der größte Silber-ETC der Welt. Er vermeldete jüngst eine Erhöhung des Bestands um 900.000 Feinunzen.  Das Blatt berichtet, dass die physische Nachfrage so groß ist, dass selbst einige Prägeanstalten ihren Bedarf nicht mehr decken können.

Der Aufwärtstrend des Marktes wird von kritischen Stimmen begleitet. Experten sehen vor allem eine sich eintrübende Weltkonjunktur als Risiko für den haussierenden Markt. Anleger sollten diesen Punkt bei ihren Überlegungen unbedingt berücksichtigen: Silber ist weniger ein politisches Edelmetall als Gold und geht in seinen Eigenschaften weit über eine Krisenwährung hinaus. Das vielfach so bezeichnete „Gold des kleinen Mannes“ kann möglicherweise allein deshalb diesen Anspruch nicht erfüllen.

Strittig ist unter Experten allerdings, wie konjunktursensitiv die Nachfrage nach Silber aus der Industrie wirklich ist. Zwar hängt die Entwicklung des Automobilsektors unstrittig stark mit der Weltkonjunktur zusammen. Andere für Silber relevante Segmente, wie zum Beispiel die Medizintechnik oder der Bau von Solarzellen, sind weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen.

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