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Gold stagniert trotz Rohstoff-Momentum




Der Goldpreis kommt nur langsam von der Stelle. Nachdem der Preis für eine Feinunze am Montag stagnierte, legte er am Dienstag um knapp 1 Prozent auf gut 1360 Dollar zu. Der Goldpreis notiert damit weiter deutlich unter seinem Rekordniveau und scheint eine Pause einzulegen. Von der sich fortsetzenden Dynamik anderer Rohstoffe kann die Krisenwährung derzeit nicht profitieren.

Industriemetalle sind derzeit besonders gefragt. Der Preis für eine Tonne Kupfer markierte zum Wochenbeginn ein neues Allzeithoch bei 10160 Dollar. Nach Ansicht von Analysten war vor allem die Sorge vor einer Rationierung der Stromversorgung im weltgrößten Produktionsland Chile ursächlich für den Preisanstieg. Die Erfahrung lehrt jedoch, dass Analysten für jeden Kursanstieg einen fundamentalen Grund nennen können – möglicherweise treiben sich die Kurse wie so oft einfach von  selbst.

Auch der Zinn-Markt erreichte neue Höhen. Am Montag kostete eine Tonne Zinn 31.400 $ und damit so viel wie noch nie zuvor. Zinn wird unter anderem bei der Herstellung von Konserven benötigt.

Die anhaltenden Unruhen in Ägypten und die Sorge an den Märkten vor einem Übergreifen auf andere ölreiche Staaten im Nahen Osten haben auch den Rohölpreis wieder getrieben. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zum Wochenauftakt wieder mehr als 100 Dollar. Volkswirte und Analysten äußerten sich unterschiedlich im Hinblick auf mögliche Beeinträchtigungen der Konjunktur in Deutschland.

Die meisten Ökonomen sehen den Aufschwung erst bei einem Ölpreis im Bereich von 120 bis 130 Dollar ernsthaft in Gefahr. Die deutsche Wirtschaft kann von einem hohen Preis sogar profitieren: Zum einen verbessert sich nach manchen Volkswirten zufolge die Position im Wettbewerb mit Schwellenländern, die zumeist rohstoffintensiver produzieren. Zum anderen führt ein hoher Ölpreis zu einer wachsenden Nachfrage aus den Ölförderländern. Diese Auffassungen sind jedoch nicht unumstritten.

Die Stagnation am Goldmarkt wird unterschiedlich interpretiert. Optimisten sehen darin ein Indiz dafür, dass der Preis sich in einer moderaten Korrekturphase befindet und deshalb das zuletzt diskutierte Szenario einer platzenden Blase unwahrscheinlich ist. Pessimisten weisen auf die Divergenzen zu anderen Rohstoffmärkten hin und interpretieren diese als ausgeprägtes Schwächesignal.

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