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Banken liefern Edelmetalle nicht aus: Wie sicher sind Gold und Co. wirklich?


Einige Banken haben offenbar Schwierigkeiten mit der Auslieferung physischer Edelmetall-Bestände an ihre Kunden. Das berichtete vor Kurzem ein Newsportal. Demnach sind bislang vor allem Schweizer Banken betroffen. Bankkunden haben oft gar keinen Anspruch auf die physische Auslieferung, weil ihre Bestände in Sammelverwahrung gelagert sind.

Das Portal Kingworldnews berichtete, dass eine Bank das Gesuch eines Kunden auf die Auslieferung von Gold im Wert von 40 Mio. US-Dollar zunächst verweigerte. Erst auf großem Druck und mit einiger Verzögerung erfolgte die Lieferung dann doch. Es wird deshalb angenommen, dass die Bank nicht über ausreichend Gold verfügte.

Das ist durchaus möglich: Banken müssen keinesfalls die Menge eines Edelmetalls vorrätig halten, die Kunden dort glauben zu lagern. Die meisten Anleger nutzen die kostengünstige Möglichkeit der Sammelverwahrung. Dann besteht zwar auch ein unmissverständlicher Anspruch gegen die Bank. Das Kreditinstitut kann anstelle der Auslieferung physischer Metalle jedoch auch eine Auszahlung in Bargeld vornehmen. Diese Möglichkeit ist im Kleingedruckten zwar oft gut versteckt, rechtlich jedoch einwandfrei.

Banken können mit dem Gold (!)ihrer Kunden gute Geschäfte machen. Sie können die Bestände zum Beispiel verleihen und dafür Gebühren kassieren. Letztlich halten sie nur einen Bruchteil der Kundenbestände tatsächlich in physischer Form vor. Das ist grundsätzlich nichts Besonderes: Eine Bankfiliale verfügt auch nicht über Bargeldbestände, die ausreichen um auf einen Schlag alle Sichtguthaben auszuzahlen. Auch Wertpapiere, die für Kunden gelagert werden, werden häufig verliehen.

Das Motiv einer Anlage in Edelmetallen wird durch diese Praxis allerdings ad absurdum geführt. Gold, Silber und Co. werden häufig in Erwartung tiefgreifender Krisen gekauft. Die Sammelverwahrung birgt gerade in diesem Kontext ein weiteres Risiko: Im Fall der Insolvenz der Bank können Anleger leer ausgehen, weil sie nicht über einen vorrangigen Anspruch verfügen. Ob dies so ist, hängt u.a. von den Vertragsbedingungen ab. Anleger sollten sich bei ihrer Bank ggf. informieren, wie ihre Edelmetalle verwahrt werden. Nur weil eine Lagergebühr anfällt, müssen die Bestände nicht vorrätig sein.

Besser als die Sammelverwahrung ist deshalb die Einzelverwahrung. Sie wird häufig auch als Streifbandverwahrung bezeichnet. Dabei werden die von einem Anleger deponierten Stücke eindeutig gekennzeichnet und sind deshalb jederzeit einer bestimmten Person zuzuordnen. In diesem Fall ist das Metall auch bei einer Insolvenz nicht verloren. Voraussetzung ist allerdings auch hier, dass die Bank ihren Pflichten nachkommt und die verwahrten Bestände nicht verleiht oder auf anderem Wege außer Reichweite bringt. Die Streifbandverwahrung ist allerdings recht selten, was auch an den im Vergleich zur Sammelverwahrung deutlich höheren Kosten liegt.

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