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Droht nach dem Goldrausch der Kater? Risiken der Hausse


Die Goldhausse könnte sich in einem weitaus späteren Stadium befinden, als es der Markt vermutet. Mit diesem Szenario beschäftigt sich jedenfalls das „Handelsblatt“. Im Kern lautet die These in einem der wenigen skeptischen Artikel zum Thema: Zu viele Optimisten und Spekulanten, zu viel Liquidität und zu wenig fundamentale Substanz bereiten den Nährboden für eine platzende Blase am Goldmarkt.

Im Handelsblatt-Artikel äußern sich 5 Experten zum Goldmarkt und zeigen Gründe auf, die für eine bereits erfolgte Überhitzung und eine bevorstehende Korrektur oder gar Trendwende sprechen. Ein Rohstoffanalyst der Commerzbank sieht in der überwältigenden Mehrheit der Optimisten am Markt ein großes Risiko. „Bei einem Preis von 250, 500 oder auch noch 1 000 Dollar gab es kaum Optimisten. Heute treffen sie keinen mehr, der skeptisch ist“, sagt Eugen Weinberg.

Die Skepsis hinsichtlich der Mehrheit im Bullenlager geht auf alte Erkenntnisse zurück. Marktteilnehmer, die sich optimistisch äußern, sind demnach bereits investiert. Weiter steigende Kurse erfordern jedoch zusätzliches Geld. Wenn alle schon investiert sind, kommt es zu einem Mangel al Kaufaufträgen und bald darauf zu fallenden Notierungen.

Dass gilt umso mehr, Seit auch Gold elektronisch gehandelt wird und der Verkauf nicht mehr mit umständlichem Transportieren physischer Waren und der langwierigen Suche nach einem Käufer verbunden ist. Ein Analyst der Deka-Bank weist darauf hin, dass sich die Struktur des Marktes in den vergangenen Jahren verändert hat. Gold-Fonds, die Anlegern den Einstieg in physisch besicherte Schuldverschreibungen anbieten, haben in den vergangenen Jahren große Bestände aufgebaut. Diese können „per Knopfdruck“ auch wieder in den Markt gelangen und schnell zu Verkaufsdruck führen, wenn kein Angebot entgegensteht.

Auch Spekulanten könnten das Ende der sei nunmehr 5 Jahren währenden Hausse am Goldmarkt einläuten. Vor allem Hedgefonds könnte gezielt auf eine einsetzende Hausse spekulieren und durch den Verkauf großer Volumina am Terminmarkt die Preise drücken. Sollte sich die Hausse im Nachhinein tatsächlich als Blase herausstellen, wäre das ein geschickter Schachzug: Der Einbruch eines überhitzten Marktes geht oft mit sehr raschen Kursrückgängen einher, an denen sich gut verdienen lässt.

Ob der Goldmarkt fundamental fair bewertet ist bzw. wie weit die aktuelle Bewertung von einem realistischen Wert abweicht, ist unter Experten umstritten. Einige sehen einen Preis von 1000 Dollar je Feinunze als fundamentale Referenz an. So zum Beispiel der Deka-Bank Chefvolkswirt Kater, der im Handelsblatt-Artikel ebenfalls zu Wort kommt.

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