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Inflationsdruck: Experte Riße sieht Gold weiter im Aufwind


Der Goldpreis wird auch in Zukunft steigen. Davon jedenfalls ist der Chefstratege von CMC Markets. Stephan Riße, überzeugt. Er sieht wachsenden Inflationsdruck auf die Weltwirtschaft zukommen und traut dem Edelmetall deshalb noch viel zu.

Riße, der vor allem aus seiner Tätigkeit beim Nachrichtensendet N-TV bekannt ist, sieht einen Grund für die aus seiner Sicht unausweichliche Inflation in den niedrigen Zinsen. Die Industrienationen – allen voran die USA – sind seiner Ansicht nach auf billiges Geld angewiesen. In einem Interview mit der Zeitschrift Börse Online sagte er: „Die USA hängen wie ein Junkie an der Nadel der tiefen Zinsen.“

Riße malt in dem Gespräch ein Szenario, in dem ansteigende Preise auch durch wachsenden Lohndruck aus China unvermeidlich sind. Er führt an, dass die Lohnentwicklung in der VR China lange Zeit der Produktivität hinterhergelaufen sei. Das habe den Inflationsdruck gemindert, weil die Chinesen günstig produzieren und ihre Abnehmer dementsprechend zu niedrigen Preisen importieren konnten. Dies wird sich dem Experten zufolge nun umkehren. Riße sieht steigende Löhne in China und einen aufwertenden Yuan als Gründe für steigende Verbraucherpreise in den Industrienationen.

Riße rechnet mit weiter fallenden Zinsen – auch am langen Ende. Er geht von einer langen Phase mit negativen Realzinsen aus. Die langfristigen Zinsen könnten in Deutschland seiner Ansicht nach auf 1,5 Prozent und in den USA auf unter 3 Prozent sinken. Die jährliche Inflationsfrate sieht er zugleich bei 2 bis 3 Prozent. Die Reaktionen der Notenbanken in einer solchen Situation sind Riße zufolge erst mit deutlicher Verzögerung zu erwarten. Er weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass negative Realzinsen zur Entschuldung genutzt werden könnten.

Der Goldpreis wird seiner Meinung nach weiter anziehen, wenn dies auch für die Inflation gilt. In den vergangenen Tagen lag der Börsenkommentator, der ein Buch mit dem Titel „Die Inflation kommt“ veröffentlicht hat, mit seiner Einschätzung richtig. Der Goldpreis zog in allen wichtigen Währungen deutlich an und markierte im Euro sogar ein neues Allzeithoch. Am Freitagabend lag der Preis für eine Feinunze Gold in US-Dollar gerechnet ebenfalls nur noch knapp unter seinem historischen Höchststand.

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