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Analyse: Der Silbermarkt hat noch viel Potenzial


Silber ist in diesem Jahr deutlich besser gelaufen als Gold. Besonders in den letzten Monaten konnte der Preis immens zulegen. Kostete eine Feinunze Silber Ende Juli noch rund 17,50 Dollar, mussten in der vergangenen Woche zeitweise mehr als 29,30 Dollar bezahlt werden. Der Preis ist damit in weniger als 4 Monaten um mehr als zwei Drittel gestiegen. Die deutliche Korrektur zum Wochenausklang ist nach Ansicht von Experten nicht der Anfang vom Ende.

Das Interesse der Anleger an Silber wird von den meisten Beobachtern auf die Gründe zurückgeführt, die auch dem Goldmarkt eine Hausse beschert haben. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung kommt in einem Bericht vom Freitag zu dem Schluss, dass die Preisanstiege in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang zu geldpolitischen Events standen. An erster Stelle stehen dabei natürlich die Lockerungsmaßnahmen der US-Notenbank.

Die gestiegene Nachfrage nach Silber resultiert somit aus der Sorge vieler Marktteilnehmer vor einer Entwertung des Papiergeldes. Wie die F.A.Z. unter Berufung auf LBBW Commodity Research und die Angaben von Emittenten berichtet, spiegelt sich die Nachfrage in wachsenden Silberbeständen von ETFs bzw. ETCs wieder. Seit Anfang 2008 sind diese demnach von gut 5.000 auf mehr als 20.000 Tonnen angewachsen. Auch die Nachfrage nach Silber-Anlagemünzen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt. Das legt den Schluss nahe, dass die Aufstockung physischer Bestände (und nicht etwa reine Spekulationen am Terminmarkt) für die Hausse verantwortlich sind.

Eine Korrektur des Marktes, die in den letzten Tagen möglicherweise bereits eingesetzt hat, ist wenig überraschend und kann mit markttechnischen Ursachen erklärt werden. Der Preisanstieg nach dem Ausbruch des Kurses aus einer längeren Seitwärtsbewegung im zweiten Quartal verlief außerordentlich dynamisch. Auch ein Rücksetzer bis in den Bereich von 24 Dollar je Feinunze würde nichts am langfristigen charttechnischen Gesamtbild ändern.

Fundamental betrachtet könnte der Silberpreis langfristig von einem Angebotsdefizit profitieren. Das jedenfalls meint der amerikanische Rohstoff-Analyst David Morgan. Er prognostiziert, dass die industrielle Nachfrage nach Silber bis zum Jahr 2020 um 230 Millionen Feinunzen pro Jahr steigen wird. Er sieht im selben Zeitraum eine Ausweitung des Angebots um 150 Millionen Feinunzen pro Jahr. Die zusätzliche Nachfrage ist seiner Ansicht nach vor allem aus der Wasser- und Nahrungsmittelindustrie sowie aus der Solarbranche zu erwarten.

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