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Schwacher Euro: Gold und Silber geben kräftig nach


Die Preise für Gold und Silber haben zum Wochenausklang deutlich nachgegeben. Schuld war der schwache Euro. Im Rahmen des G-20-Gipfels führten nicht zuletzt Sorgen vor einer abermaligen Verschärfung der Schuldenkrise einiger Euro-Mitgliedsstaaten zu deutlichen Korrekturen an den Edelmetallmärkten. Silber gab um fast 6 Prozent auf 26,05 Dollar nach. Gold verbilligte sich um knapp 3 Prozent auf unter 1370 Dollar.

Sowohl Gold als auch Silber haben sich damit vorerst von ihren Höchstständen entfernt. Der spürbare Kursrutsch sollte Anlegern in Erinnerung rufen, dass mit jedem Engagement in Edelmetalle und andere Rohstoffe auch ein signifikantes Währungsrisiko einhergeht. Die Kursverluste sind Händlern zufolge in weiten Teilen auf die Schwäche des Euros gegenüber dem Dollar zurückzuführen. Die Gemeinschaftswährung kostet mittlerweile wieder weniger als 1,37 Dollar.

Die Geschehnisse zeigen, wie groß der Einfluss der Wechselkursentwicklungen auf die Edelmetallmärkte ist. Zudem wird deutlich, wie volatil und unberechenbar der Devisenmarkt im gegenwärtigen Kontext der weltweiten geldpolitischen Konflikte ist. Noch vor wenigen Tagen stand der US-Dollar unter Druck, weil die US-Notenbank Federal Reserve angekündigt hatte, über den Ankauf von Anleihen weitere 600 Mrd. Dollar ins Finanzsystem zu pumpen.

Nun geht es in die andere Richtung: Plötzlich fokussieren sich die Marktteilnehmer wieder auf die Verschuldungsprobleme einiger Euro-Mitgliedstaaten. Edelmetall-Anleger sollten in diesem Zusammenhang künftig die Entwicklung am Anleihemarkt ins Kalkül ziehen. Im Vorfeld sowie im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang der Euro-Schwäche kletterten die Risikoprämien für Staatsanleihen aus Irland, Spanien und Portugal auf neue Rekordhochs.

Als konkreter Auslöser für die erneute Aufmerksamkeit im Hinblick auf die bestehende Schuldenproblematik gilt eine Äußerung des irischen Notenbankchefs, mit der die Märkte implizit auf eine Aktivierung des Euro-Rettungsschirms vorbereitet wurden.

Der Silberpreis notiert in Dollar gerechnet nun mehr als 11 Prozent unter seinem bisherigen Höchststand. Dieser ist charttechnisch ab sofort als Widerstand zu betrachten. Der Goldpreis notiert in Dollar nur rund 4 Prozent unter seinem Allzeithoch.

Die jüngste Marktentwicklung zeigt, dass Anleger die Geschehnisse am Devisenmarkt aufmerksam beobachten sollten. Der strategische Zusammenhang zwischen Gold und Silber sowie den Leitwährungen ist nicht nur in den Überlegungen vieler Anleger größer als je zuvor.

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