News

Experte: Misstrauen in die Politik ursächlich für steigenden Goldpreis


Der Ökonom Marshall Auerback sieht einen der Gründe für den steigenden Goldpreis im Misstrauen der Anleger in die Politik. Das sagte der unter anderem im Dienste von Pimco stehende Experte in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seiner Ansicht nach werden wirtschaftliche Probleme im Kern nur auf die lange Bank geschoben und nicht gelöst.

Auerback vertritt die Auffassung, dass die im Regelwerk von Basel III festgelegten Kapitalanforderungen an Banken eigentlich geringer ausfallen als die von Basel II und damit kaum dazu beitragen können, künftige Krisen zu vermeiden. Als Grund nennt er „unkonventionelle Buchungsmethoden“, mit denen Banken den tatsächlichen Wert ihrer Aktiva verschleiern könnten. Diese Möglichkeiten zur Bilanzmanipulation sieht der Ökonom als einen der wesentlichen Gründe für die Krise.
Privatanleger werden Auerback zufolge benachteiligt, weil sie sich regulatorischen Rahmenbedingungen gegenübersehen, die ihren eigenen Interessen zuwiderlaufen. Er geht im FAZ-Interview hart mit der Finanzbranche ins Gericht. Institutionelle Investoren dürften weiter wie in einem Kasino agieren. Ihre eigentliche volkswirtschaftliche Funktion (die Allokation von Kapital auf produktive realwirtschaftliche Bereiche) sieht er dadurch einem fortwährenden Degenerationsprozesse ausgesetzt.
Die Politik scheue sich davor, e „die Banken mit ihren Betrügereien und miesen Verhalten zu konfrontieren“. Der Preisanstieg im Goldmarkt ist Auerback zufolge denn auch nicht auf Deflations- oder Inflationssorgen zurückzuführen. Vielmehr spiegele die Hausse das schwindende Vertrauen der Menschen in die „Problemlösungsfähigkeit der Politik“. Auch die Zweifel an den konventionellen Bewertungsmethoden für Anlagen wie Aktien oder Währungen wachsen dem Experten zufolge. Dies begünstige den Trend hin zur Umschichtung in alternative Anlagen.
Für den Goldpreis sieht der Experte das Ende der Fahnenstange deshalb noch lange nicht erreicht: „Ich denke, der Goldpreis wird noch viel weiter steigen“ sagt der Ökonom im FAZ-Interview. Auerback betont aber auch, dass eine Blasenbildung im Goldmarkt möglich sei. Das gelte auch für andere Rohstoffe. Er geht davon aus, dass für die Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten Portfolioüberlegungen bald von größerer Bedeutung sein werden als die realwirtschaftliche Nachfrage. Dadurch werde sich die Entwicklung an den Märkten für Gold und andere Rohstoffe früher oder später von den Verhältnissen der Realwirtschaft abkoppeln.

Hinterlass einen Kommentar