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Edelmetall-Hausse: Torschlusspanik unnötig


Edelmetalle stehen in diesen Tagen im Zentrum der Finanzberichterstattung: Die Preise für Gold und Co. erklimmen laufend neue Höchststände. Das ist allerdings nur ein Teil der Wahrheit. Der schwache Dollar verzerrt die Kursentwicklung erheblich. In Euro gerechnet liegt der Goldpreis noch deutlich von seinem Allzeithoch entfernt.

Die ausgeprägte Dollarschwäche der vergangenen Wochen setzt sich unvermindert fort. Am heutigen Donnerstag wurden am Devisenmarkt in der Spitze fast 1,41 Dollar für einen Euro bezahlt. Am Abend lag der Referenzkurs bei 1,4071 und damit 0,8 Prozent über dem Niveau des Vortages. Die Abwertung des Greenback wird von Analysten als eine der Hauptursachen für den Anstieg der Edelmetallpreise in den letzten Zeit eingestuft.

Ein Blick auf die Preisentwicklung der Edelmetalle in Euro-Notierungen untermauert diese These. Eine Feinunze Gold kostete am Donnerstagabend 979 Euro und damit 0,35 Prozent mehr als am Vortag. Ein Blick auf den Gold-Chart zeigt, dass von Allzeithochs in Euro keine Rede sein kann. Der bisherige Höchstkurs vom Juni betrug 1046 Euro und lag damit um fast 7 Prozent über dem aktuellen Kurs.

Auch der Platinpreis hat sich in Euro gerechnet deutlich weniger spektakulär entwickelt als in Dollar. Während die Dollarnotierung mit 1713 USD nur knapp unterhalb des 52-Wochen-Hochs bei 1755 USD notiert, ist der Kurs in Euro mit derzeit 1215 Euro rund 15 Prozent vom 52-Wochen-Hoch bei 1405 Euro entfernt.

Der Preis für Palladium erklomm mit 604 Dollar jüngst ein neues Hoch. In Euro gerechnet liegt der Kurs noch immer geringfügig unter dem 52-Wochen-Hoch. Auch hier zeigt sich die deutliche Diskrepanz bei der Analyse in zwei verschiedenen Währungen. Einzige Ausnahmen ist der Silbermarkt. Dieser markierte sowohl bei Notierung in Euro als auch in Dollar neue Hochs.

Dennoch zeigt das Bild deutlich, dass die Dollarschwäche am stärksten ausschlaggebend für die jüngsten Kursanstiege der Metalle war. Anleger sollten deshalb nicht in Torschlusspanik verfallen und blindlings in Edelmetalle investieren, nur um noch auf den fahrenden Zug aufzuspringen.

Die Dollarschwäche könnte noch eine Weile andauern – jedenfalls finden sich bislang keine Indizien für ein rasches Ende. Solange der Dollar im aktuellen Tempo an Wert verliert, werden Edelmetalle für europäische Anleger nicht exorbitant teurer werden.

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