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Gold im Fokus: Fundamentale Neubewertung oder Blase kurz vor dem Platzen?


Ist Gold exorbitant überbewertet oder so günstig wie nie? Die Diskussion über die Bewertung des Edelmetalls und das Potenzial für eine Fortsetzung der Hausse hat an Schwung gewonnen. Die Argumente von Bären und Bullen sind gleichermaßen nachvollziehbar.


Für Gold spricht, dass es nicht mit einem Kreditrisiko verbunden ist und zudem als Schutz vor Inflation wahrgenommen wird. . Der frühere Chefökonom der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, William White, warnt vor turbulenten Zeiten an den Finanzmärkten und verweist auf die langfristigen Nebenwirkungen der expansiven Geldpolitik: „Wir sind ziemlich nahe an einem Punkt, an dem wir mit Kredit nichts mehr erreichen können“. Gemeint sind die Programme mehrerer Notenbanken, die Staatsanleihen aufkaufen.

Staatsanleihen galten lange Zeit als sicherer Hafen. Heute sind die Schulden der Staaten mit mindestens einem von zwei Risiken behaftet. Entweder ein Staat wird unter seiner Schuldenlast erdrückt und kann seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen, so dass es zu einem Ausfall von Anleihen kommt. Oder der Staat entschuldet sich selbst, indem über die Notenbank eine gigantische Geldmenge in Umlauf gebracht wird, die früher oder später zu einer Inflationierung führt und damit Nominalwerte vernichtet.

Gold bietet Schutz gegen beide Szenarien. Dass Inflation und Staatsverschuldung noch für mindestens einige Jahre ein Thema bleiben werden, spricht deshalb für eine Fortsetzung der Hausse. Experten führen zudem an, dass der Preis für eine Feinunze Gold inflationsbereinigt noch weit von einem Allzeithoch entfernt ist. Unter Berücksichtigung der Teuerungsrate müsste der Preis für bei mehr als 2000 Dollar je Unze liegen.

Gold-Haussiers weisen zudem darauf hin, dass der Anteil des Goldes am weltweiten Finanzvermögen lediglich 0,6 Prozent beträgt. Im Jahr 1980, als der Goldpreis zum letzten Mal auf Rekordkurs war, belief sich der Anteil auf 2,5 Prozent. Mehr als eine Bezugsgröße stellt das freilich nicht dar – erstens zählt Gold zum Real- und nicht zum Finanzvermögen und zweitens lässt sich aus der Relation kein Rückschluss auf die künftige Nachfrage herleiten.

Es gibt allerdings auch Entwicklungen, die als erste Hinweise auf ein möglicherweise bevorstehendes Ende der Gold-Hausse interpretiert werden können. Die wichtigste ist sicherlich die Präsenz der Thematik in den Medien, die übertriebene Ausmaße angenommen hat. Schon Börsen-Altmeister Kostolany wusste, dass bei Märkten, die derart stark im Gespräch sind, Vorsicht angebracht ist.

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