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QE Maßnahmen treiben Goldpreis weiter


Der Goldpreis setzt seinen Aufwärtstrend fort. Eine Feinunze kostete am Dienstagnachmittag mehr als 1330 US-Dollar und damit abermals so viel wie nie zuvor. Händler führen die Schwäche des US-Dollar als Grund für den Impuls an. Der Greenback befindet sich im Sinkflug. Für einen Euro wurden am Dienstag zeitweise mehr als 1,38 Dollar gezahlt.


Der Anstieg des Goldpreises wird begleitet von zunehmend euphorischen Prognosen von Marktteilnehmern. Der Chef des drittgrößten russischen Goldproduzenten Petropavlovsk äußerte einem Bericht des Handelsblatts zufolge gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass er einen Anstieg des Goldpreises bis 1500 Dollar noch in diesem Jahr erwartet. Auf 12-Monats-Sicht seien sogar 2.500 Dollar je Feinunze realistisch.
Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Marktdaten berichtet, entfallen 40 Prozent der Nachfrage nach Gold auf Kapitalanleger. Diese investieren über ETFs und ETCs auch immer häufiger direkt in physisches Gold, wie z.B. Xetra-Gold. Weltweit besitzen Investoren dem Blatt zufolge 30.000 Tonnen Gold und damit mehr als die Notenbanken.
Die Maßnahmen zur quantitativen Lockerung in den USA und Japan wirken sich nach Ansicht von Experten stimulierend auf den Goldpreis aus. Gold gilt unter Investoren mittlerweile als universelle Krisenwährung und wird in Erwartung steigender Inflationsraten ebenso gekauft wie aus Angst vor einem Rückfall der Weltwirtschaft in eine Rezession. QE-Maßnahmen der Notenbanken werden an den Märkten als Signal dafür aufgefasst, dass mindestens eines der beiden Szenarien realistisch ist.
Die Bank of Japan hat am Dienstag ihren Leitzins von 0,1 auf 0,0 bis 0,01 Prozentpunkte gesenkt. Der Zins ist damit so niedrig wie nie zuvor. Die Banken können sich im japanischen Finanzsystem nun praktisch kostenlos mit Liquidität versorgen. Zudem kündigte die BoJ eine Ausweitung ihres Anleihe-Ankaufprogramms um umgerechnet weitere 306 Mrd. Euro an.
Die japanische Notenbank reagiert damit auf die Yen-Stärke der jüngeren Vergangenheit. Die exportlastige Wirtschaft leidet unter einem starken Wechselkurs, weil japanische Güter im Ausland teuer sind und deshalb weniger nachgefragt werden. Dies soll durch eine kompetitive Abwertung geändert werden.
Auch die US-Notenbank Federal Reserve hatte jüngst angekündigt, ihre expansive Geldpolitik aufrechtzuerhalten. Das Zinsniveau in der größten Volkswirtschaft der Welt liegt ebenfalls praktisch bei Null. Auch der US-Wirtschaft kann einer Dollar-Abwertung gelegen sein, da die Konjunktur sich schleppenden entwickelt und die Arbeitslosigkeit so hoch ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
Die Politik des billigen Geldes bietet dem Goldpreis den Nährboden für weitere Kurszuwächse. Schließlich bedeutet eine expansive Nullzinspolitik, dass kurzfristig die Opportunitätskosten eines (nicht verzinsten) Goldinvestments gering sind. Mittel- und langfristig nährt sie Phantasien im Hinblick auf den Umgang der USA und Japans mit den riesigen Schuldenbergen.

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