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Notenbanken verleihen wieder mehr Gold


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Zentralbanken haben im vergangenen Jahr erstmals seit dem Jahr 2000 wieder mehr Geld an Geschäftsbanken verliehen, damit diese sich dadurch Zugang zu US-Dollar verschaffen konnten. Das meldet die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf Daten des Analysehauses Thomson Reuters GFMS. Konkrete Zahlen zum Umfang des Anstiegs liegen allerdings nicht vor.
Zentralbanken verleihen Gold an Geschäftsbanken und erhalten dafür eine Gebühr – sie liegt bei weniger als einem Prozent. Vor allem Banken mit angeschlagener Bonität nutzten diese Möglichkeit offenbar, um sich Dollar zu verschaffen. Dies erreichen sie durch den Verkauf des geliehenen Goldes.

Dollar-Knappheit scheint behoben

Die sechs wichtigsten Zentralbanken der Welt hatten Ende November angesichts der bedrohlichen Dollar-Knappheit im Bankensystem Tauschvereinbarungen geschlossen. Seitdem scheinen Geschäftsbanken wieder in ausreichendem Maße mit USD versorgt zu sein.  Vermutlich ist deshalb auch die Nachfrage seitens der Geschäftsbanken nach Gold-Leihgeschäften wieder gesunken.
Analysten wie Carsten Fritsch von der Commerzbank halten es für nicht ausgeschlossen, dass die Leihgeschäfte für den deutlichen Rückgang des Goldkurses in der zweiten Jahreshälfte verantwortlich waren. Fritsch verweist auf die Vergangenheit: „Vor etwa zehn Jahren ist der Goldpreis stark gesunken, nachdem es solche Leihgeschäfte mit Gold gegeben hat“. Die Geschäfte erhöhen das Angebot am Goldmarkt und könnten so den Preis drücken.
Zentralbanken geben keine allzu transparenten Auskünfte zu Geschäften dieser Art. Laut FAZ liegt die Aussage  eines Bundesbank-Sprechers vor, demzufolge derzeit kein Gold verliehen sei. Selbst wenn Gold verliehen wird, hat dies keinen Einfluss auf die offiziellen Goldbestände der Zentralbanken. Diese ändern sich dadurch nicht, weil auch der Besitzer nicht wechselt.

Goldreserven steigen so stark wie zuletzt 1964

Deshalb ist es auch kein Widerspruch, dass die Goldreserven der weltweiten Notenbanken im vergangenen Jahr so stark gewachsen sind wie zuletzt im Jahr 1964. Laut dem GFMS-Bericht erhöhten sich die Bestände der Notenbanken um 430 Tonnen. Zentralbanken halten Gold nicht nur als Krisenwährung vor, sondern diversifizieren damit auch ihre Devisenreserven. Für das erste Halbjahr 2012 rechnet GFMS mit einer Nettonachfrage von 190 Tonnen. Das wäre nur geringfügig weniger als in den ersten sechs Monaten des letzten Jahres.

Die Analysten von GFMS halten einen Anstieg des Goldpreises über die Marke von 2.000 US-Dollar für Ende 2012 oder Anfang 2013 für möglich. Die Argumente für diese bullishe Einschätzung sind nicht neu: Hohe Inflation, expansive Geldpolitik und wachsende Angst vor Geldentwertung.

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