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Irankrieg-Sorgen als neuer Kurstreiber?


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Gold wieder über 1600 USD

Der Goldpreis konnte in den ersten Handelstagen des Jahres wieder deutlich zulegen. Am Mittwochabend kostete eine Feinunze wieder mehr als 1600 USD. Händler begründeten den Kursanstieg nicht nur mit einer Gegenbewegung des Euros gegenüber dem US-Dollar nach den jüngsten Verlusten.

Erstmals wurden auch die wachsenden Sorgen vor einer Zuspitzung des Konflikts mit dem Iran genannt. Eine Blockade der Straße von Hormus, wie vom Iran zeitweilig angedroht, könnte die Versorgung der Industrienationen mit Rohöl gefährden. Zudem würde ein solcher Schritt die Gefahr eines neuen Krieges in der labilen Region erhöhen.

Inflationsgespenst verliert seinen Schrecken

Die Inflation jedenfalls scheint den Goldpreis nicht mehr treiben zu können. Die europäische Statistikbehörde Eurostat schätzte die Inflationsrate für den Euroraum zum Jahresende in einer vorläufigen Veröffentlichung auf 2,8 bis 3,0 Prozent. Der Preisauftrieb beschleunigt sich somit nicht weiter, nachdem die amtlich gemessene Teuerung zuletzt 3,00 Prozent erreicht hatte.

Gold erfährt in diesen Tagen und Wochen die prozyklische Ausrichtung der Finanzmärkte: Aufgrund der Kursschwankungen der vergangenen Monate werden dem Metall auch in Zukunft größere Kursrisiken unterstellt. In den Augen vieler Investoren ist Gold deshalb zumindest auf kurze Sicht kein sicherer Hafen mehr. Das kann einen Teil der gesunkenen Nachfrage erklären.
Dass sichere Häfen unter Investoren nach wie vor gefragt sind, zeigte sich in den letzten Tagen bei mehreren Anleiheauktionen. Kurzläufige Anleihen aus Dänemark, den Niederlanden und der Schweiz rentierten negativ: Der Kaufkurs überstieg die Summe aus Nennwert und Zinskupon. Negative Renditen indizieren eine extreme Risikoaversion unter den Marktteilnehmern und sind ausgesprochen selten.

Positive Konjunkturdaten zum Jahresbeginn

Die ersten Handelstage des Jahres waren von positiven Konjunkturdaten aus Deutschland, den USA und China geprägt. In den USA fiel der ISM-Einkaufsmanagerindex besser aus als erwartet. Zudem entwickelten sich die  Bauausgaben besser als gedacht. Auch in China zeigten sich Einkaufsmanager überraschend optimistisch.

Auch der deutsche Arbeitsmarkt vermochte die Markteilnehmer positiv zu überraschen. Die amtlich vermeldete Arbeitslosenquote ist im Dezember auf den tiefsten Stand seit 1991 gesunken. Die Erwerbstätigkeit erreichte mit etwas über 41 Millionen Personen einen Rekordstand. Die Unterbeschäftigung sank im letzten Jahr um fast 500.000 Personen.
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet damit, dass die deutsche Konjunktur in den ersten Monaten des Jahres einen Dämpfer erleidet, sich danach aber schnell wieder erholt. Für das Jahr 2013 rechnen die DIW-Ökonomen bei einem günstigen Verlauf mit einem Wachstum von 2,2 Prozent.

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